Heute verlinkte jemand auf Facebook diesen Beschluss vom letzten Bundeskongress der Grünen Jugend, der sich mit den unterschätzten Gefahren einer weltweit beliebten neumodischen Spielerei befasst: Mit Facebook. 

Unter der knackig genderneutralen Überschrift Like it or not: Facebook darf nicht Informationsvermittler_In der Grünen Jugend sein!  wird eine, wie kann es bei den Grünen anders sein, „regulierte Nutzung“ dieses Machwerks amerikanisch-jüdischer Kapitalisten gefordert:

Der Facebook Konzern vertritt Geschäftspraktiken, erfährt Finanzierungen und nutzt Technologien, die mit den Werten und Anschauungen der Grünen Jugend unvereinbar sind.

Viele kritische Mitglieder der Grünen Jugend können aus guten Gründen sagen: Ich bin nicht bei Facebook!

Jawohl! Anständige deutsche Grün_innen sind nicht bei Facebook, merk Dir das Genosse!

Nicht wer kein Facebook-Mitglied muss sich rechtfertigen, sondern andersrum wird ein Schuh draus: Facebook-Mitglieder, die das Verbreiten von für die Grüne Jugend relevanten Infos nur über Facebook leisten, sollten sich rechtfertigen müssen.

Wem das dann doch zu sehr nach Diktat und Schauprozess klingt, dem sei gesagt:

Dieser Antrag verbietet keinem Mitglied der Grünen Jugend Facebook zu nutzen. Er soll kritisch dazu anregen, ob dieses Medium mit den eigenen Standards vereinbar ist, und ob es nicht auch ohne Facebook geht.

Ach so.

Wer es gerne wirr mag, der kann die „Begründung“ lesen, die unter dem Beschluss aufgeführt ist. Da wird schon mal der der iranische Unterdrückungsapparat mit der deutschen Polizei gleichgesetzt, weil beide öffentlich zugängliche Facebook-Profile für ihre Ermittlungen nutzen sollen – was Facebook ja auch schlecht verhindern kann. Mit demselben Argument könnte man gegen E-Mail, Twitter und selbst die guten, alten Flugblätter wettern. Schließlich werden auch diese Medien von Regimekritikern genutzt und deswegen von den Behörden ausgewertet.

Außerdem muss der/die schockierte Leser/in erfahren, dass Facebook irgendwie Atomkraft ist…

Das ist Profitgier, die durch den unsensiblen Umgang mit Daten erfolgt und wohl kaum mit den Idealen der Grünen Jugend vereinbar. Das Gegenargument, dass Facebook dadurch eine „Medienkompetenz“ vermittle ist schlicht zynisch. Atomkraftwerke vermitteln für kritische Menschen ebenfalls eine Hinterfragung der Energieversorgung und damit „Energiekompetenz“. Das rechtfertigt aber noch keine Atomkraftwerke.

…und Kohlestrom!

 Bisherige Standorte wie North Carolina und Oregon, sind für ihren hohen Anteil an Kohlestrom bekannt, dicht gefolgt von ihrem Anteil an Atomstrom. Eine erneuerbare Energieversorgung spielt laut Greenpeace eine untergeordnete Rolle in der Infrastruktur- und Standortpolitik.

Deswegen sagt auch Greenpeace: Facebook ist doof!

Greenpeace zweifelt daran, dass Facebook die Vision hat, ein Unternehmen mit klimafreundlicher Energie zu werden.

Wer diese teuflische Erfindung richtig handhaben will, der sollte am besten über ein Informatikstudium verfügen.

Das Löschen eines Facebookaccounts ist schwieriger als es sein müsste. Häufig kann sich die komplette Löschung über Monate hinweg dauern. Überhaupt sind zur Löschung fortgeschrittene Computerkenntnisse notwendig.

Besonders schwer wiegt, dass Facebook als Teil der Sie-wissen-schon-wer-Weltverschwörung identifiziert wurde.

2011 hat die Investmentbank Goldman Sachs etwa eine halbe Milliarde Dollar in Facebook investiert und bis zu 1,5 Milliarden Dollar von weiteren InvestorInnen eingesammelt. Goldman Sachs, eine der schlimmsten Banken der Welt, gehören damit entsprechende Anteile an Facebook.

Das ist alles wirklich ganz doll böse, ehrlich jetzt!

Nur um das zusammenzufassen: Dieser wirklich wirklich wirklich sehr sehr bösen Bank gehören Teile von Facebook. Bei der nächsten Banken-Demo, die auf Facebook organisiert wird, bitte daran denken.

Auch wenn es in der Aufzählung der Grünen Jugend fehlt soll hier nicht verschwiegen werden, dass Facebook Brunnen vergiftet, die Weltherrschaft anstrebt und deutsche Mädchen verführt. Deswegen appelliere ich an dieser Stelle an alle engagierten Aktivist_innen der Grünen: Nie wieder Krieg, nie wieder Facebook! Am besten ihr meldet auch aus allen sozialen Netzwerken und diesem ganzen gefährlichen Weltnetz ab und zieht in eine schöne Holzhütte im unverdorbenen deutschen Wald. Das spart bösen Strom und uns vernünftigen Menschen den Umgang mit reaktionären Doofmännern und -frauen.

PS: Ein aufschlussreiches historisches Dokument aus den Archiven der Grünen Jugend

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