Früher hatte die CDU/CSU einen konservativen Flügel. Heute hat sie den Berliner Kreis. Eine bis auf Bosbach weitgehend unbekannte Truppe, konturloser Nachwuchspolitiker, die sich bei der Furcht um Wahlkreisnominierung und Listenplatz von Muttis Schergen so stark einnorden ließ, dass ihr Papier völlig inhaltsleer war. Dabei hätten sie darauf pochen sollen, dass das beste Wahlergebnis in den vergangenen Jahrzehnten nicht von der FDJ-Sekretärin eingefahren wurde. Sondern von Edmund Stoiber. Mutti spülten erst die Sozen und dann die FDP an die Macht, die soweit von bürgerlichen Wählern gepusht worden war, weil sie die große Koalition nicht länger ertragen konnten. 

Nun treten nicht minder unbekannte CDU-Großstadt-MdBs auf den Plan und wollen ihre Partei in den Großstädten wieder wählbar machen. Ihnen steckt der Schreck von Stuttgart in den Knochen. Dort hatte man statt der schwarzen Kopie lieber das Grüne Original gewählt, wie vor anderthalb Jahren im Bundesland, wo die Kanzlerin die jahrzehntelang erfolgreiche Honoratioren-CDU mit ihrer Energiewende in die Opposition schickte.

Die in der Zeitung rezitierten Verdichtungen des Grundsatzpapiers genügen nicht einmal für eine ordentliche Verpuffung. Dafür ist die hier nicht rezitierbare Ansammlung von sozialdemokratisch-grünen Mainstream zu substanzlos. Allenfalls das sonst so gerne genommene Zitat von der “Teilhabe” fehlt.

Die Personifizierung des Christdemokratischen Wahns heißt Uschi von der Leyen. Wegen der geht kein Münsterländer Bauer zur Wahl. Und weil die Münsterländer nicht zur Wahl gingen, hat Rüttgers die Wahl verloren.

Auch der später angetretene Norbert Röttgen stand für nichts anderes als das fortwährende Öko-Appeasement der CDU, der beim Bestechen der großstädtischen Mileus die Stammklientel abhanden kam. Dafür gibt es sogar einen demoskopischen Kronzeugen: FORSA-Chef Güllner hat darüber gleich ein ganzes Buch geschrieben.

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