“The Voice of Germany” erzielt derzeit hohe Quoten. Das macht die Faszination des Wettbewerbs. Nicht anders verhält es sich mit den diversen Fußballübertragungen. Sie werden getragen von der Macht des Wettbewerbs, des ursprünglichsten Koordinationsprinzip der Evolution. Aber die “Battles” gestern Abend zeigen auch: Um zu siegen, muss man kooperieren. Oder um mit Darwin zu sprechen: Es geht um “the survival of the fittest”.

Ein Teil der liberalen Theorie ist das Prinzip der sozialen Evolution. Die ist nicht so grausam wie die in der Natur. Es geht nicht um das nackte Überleben. Sondern um den temporären Sieg.

Gestern Abend mussten zwei Wettbewerber im Duett brillieren. Nur der bessere kommt weiter. Das hat mehr von arbeitsteiligen Prozessen als man denkt. Und die Niederlage ist nie total. Sondern eben vorübergehend. Wer es bei “The Voice” nicht schafft, kann immer noch zu DSDS.

Das zeigt das Faktotum “Menderes”, ein durch Bohlen-TV bekanntes Faktotum. Die ersten Folgen von “Deutschland sucht den Superstar” bestehen aus kollektivem Fremdschämen, wo die schlimmsten Kandidaten mit den vermeintlich komischsten Bohlen-Sprüchen kombiniert werden. Hier wird nur vorgeführt, wer garantiert talentfrei ist. Oder weiterkommt. Trotzdem treten tausende an. Das ist grausamer als jeder Markt.

Menderes ist der Kandidat, der sich bei jeder Staffel demütigen ließ. Der sogar ein Verbot auf Wiederbewerbung ignorierte. Und auch im Januar wieder zu besichtigen ist.

Wer immer gegen den Markt polemisiert, sollte nicht vergessen, dass das Wettbewerbsprinzip inherenter Bestandteil der Natur ist. Der menschlichen.

 

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