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Nikolaus Lenau ist mir seit dem Ende meines Deutschunterrichts nur noch in der Form des Lenauplatzes begegnet – die entsprechenden Seiten im Echtermeyer habe ich geflissentlich überblättert. Doch schon diese zugegebenermaßen recht sanfte Erinnerung reichte stets aus, mir einen Anflug schlechter Laune zu bescheren. Ich wußte nie, warum, aber seit ich die ersten Zeilen dieses als Dichter verkleideten Vollidioten gelesen hatte, hat er in mir eine Art Rumpelstilzchen-Reflex ausgelöst. Mein Deutschlehrer, selbst alles andere als angetan vom Lenauschen Machwerk, hat sein Möglichstes getan, um meinem Urteil zumindest den Anschein von Objektivität zu geben. Es ist ihm nicht gelungen. Mein Abscheu diesen Produkten und ihrem Produzenten gegenüber blieb unverändert stark.

Nachdem ich mich bisweilen selbst gefragt habe, was an depressiven Ergüssen und kitschiger Naturlyrik gar so schlimm ist, finde ich nun, Jahre später und zufällig, eine ganz unerwartete Bestätigung meines Urteils – Henryk Broder sei Dank. Der hat nicht etwa eine Anthologie herausgegeben, sondern einen Artikel über das Verhältnis der Deutschen zu Amerika geschrieben. Der Unsinn, den Lenau zu diesem Thema von sich gegeben hat, ist wahrlich haarsträubend und wieder ein Anlaß, über die antiliberale Impfung von Kindern in der Schule nachzudenken. Bedauerlicherweise war Lenau längst nicht der einzige, nun ja, Künstler?, der sich entsprechend geäußert hat. Broder zitiert etwa Brecht, demzufolge in Manhattan „Gewalt ohne Befriedigung“ zu Hause sei.

Das sind wirklich keine schönen Zustände. Aber warum ist der gute Brecht (dessen Produkte ich auch nie leiden konnte) nicht an einen Ort gereist, wo man dieses Unbefriedigtsein nicht so unmännlich und modern-beliebig hingenommen hat? Sondern einfach noch ein bißchen gewalttätiger war?

Es scheint fast, als wären die USA vielleicht nicht die beste aller möglichen Welten gewesen, aber immer noch besser als die Konkurrenz. Nur sollten die Kinderchen das besser nicht hören.

Vom Sturmgeschütz der politischen Korrektheit, das sich neulich noch über den Rassismus in Stefan Raabs Politshow ausweinte, hätte man etwas mehr Feingefühl erwarten können!

Gegen die profitorientierte Armutsindustrie ist kein Kraut gewachsen. Sie beschäftigt eine Armada von Pressesprechern und behauptet sich erfolgreich als vermeintliche Inkarnation der Mitmenschlichkeit. Dabei steht der Herr Schneider vom Paritätischem Wohlfahrtsverband in nichts vom Herrn Kaiser von der Hamburg-Mannheimer. Er ist ein schnöder Handelsvertreter im Namen seiner milliardenschwerer Organisation.

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Die anderen Musikvideos von Dorian Electra sind ebenfalls sehr schön.

Heute verlinkte jemand auf Facebook diesen Beschluss vom letzten Bundeskongress der Grünen Jugend, der sich mit den unterschätzten Gefahren einer weltweit beliebten neumodischen Spielerei befasst: Mit Facebook.  Read the rest of this entry »

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Drei Worte sind genug.

Ursula von der Leyen, das fleischgewordene Mutterkreuz der Nation, hat mal wieder eine Idee. Im Rahmen ihres sozialpolitischen Dauerfeuers gibt es für Mütter, die wieder arbeiten gehen, Gutscheine für die Anstellung von Haushaltshilfen. 6 Euro pro Stunde, 15 Stunden in der Woche, 18 Monate lang. Macht pro Mami und Kind rund 360 Euro im Monat oder ca. 6500 Euro im Jahr. Das schafft Arbeitsplätze, die am besten gleich wieder von den Mamis besetzt werden.

„Wenn wir diese Dienstleistungen fördern, dann schaffen wir Zeit für Familien und schaffen gleichzeitig Arbeitsplätze“, so Ministerin Ursula von der Leyen (CDU). Read the rest of this entry »

Die Piraten haben sich ein “sozialliberales” Wirtschaftsprogramm. Zwar schwören sie nicht gänzlich der Marktwirtschaft ab, doch wollen sie diese regulieren. Und der Mindestlohn dient ihnen als Brückentechnologie zum bedingungslosen Grundeinkommen. Vollbeschäftigung ist für sie kein Ziel. Liberal ist daran nichts. Sozialistisch vieles. Dabei ist der Liberalismus immer sozial und bedarf des Zusatzes nicht.  Read the rest of this entry »

Hartz IV Empfänger sind nicht ausreichend energieeffizient. Sie haben es gerne warm und halten sich zudem den ganzen Tag in der Wohnung auf, statt sie zu verlassen und zur Arbeit zu gehen. Zudem leben sie zu oft in unrenovierten DDR-Plattenbauten, die zwar mit Fernwärme geheizt werden können. Aber ihr Umlaufsystem lässt keine Regulierung zu. Read the rest of this entry »

„Ich streite mich lieber leidenschaftlich mit Volid, einem Vertreter der Palästinenser in Berlin oder mit Conchita von einer Initiative gegen Rassismus über den Nahostkonflikt als mich der Kälte deutscher Antiimperialisten auszusetzen“ schrieb Anetta Kahane 2010 angesichts der Mavi-Marmara-Farce. Wer den aktuellen Kommentar von Jakob Augstein gelesen hat, der kann es ihr nachempfinden.

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Statt der allseits bekannten Brot für die Welt Aktion “Brot statt Böller” bitten wir Sie dieses Jahr um Ihre Unterstützung für “Böller für GAZA”. Wie Sie sicher bemerkt haben, sind die Raketenbestände der HAMAS einerseits aufgrund zu geringen Nachschubs aus dem Iran und dem ausgefallenen Nachschubweges über Syrien  und andererseits aufgrund der unangemessenen Bombenaktion der Israelis, die sich nicht gegen Zivilisten sondern völkerrechtswidrig ausschließlich gegen Raketen und Terroristen richtete, soweit dezimiert worden, dass die heldenhaften Widerstandskämpfer sich zu einem Waffenstillstand genötigt sahen.

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Weil die Briten wenigstens den EU-Etat nicht erhöhen wollen, plant die EU-Kommission jetzt einen Etat ohne Großbritannien. Ein glatter Rechtsbruch. Und weil die Griechen (und wohl auch die Portugiesen und Spanier und vielleicht auch bald die Italiener und die Franzosen) immer mehr Geld brauchen, kommt der deutsche Ruin etwas schneller als gedacht. Europa scheitert nicht nur am Euro. Die Demokratie ist auch noch am Ende.  Read the rest of this entry »

Antizionismus, das ist das Gerücht über die Israelis, so könnte man in Abwandlung eines bekannten Bonmots sagen. Das neueste Gerücht lautet Dank SPON und SZ: Benjamin Netanjahu hat den Konflikt mit der Hamas „eskalieren lassen“, um so im Wahlkampf zu punkten.  Read the rest of this entry »

“Nur unweit von Gaza tobt ein Bürgerkrieg, dessen Brutalität und Intensität die dortigen Ereignisse um das Mehrfache übertrifft. Der Konflikt in Syrien hat in 20 Monaten rundp 40.000 Todesopfer gefordert. Im israelisch-palästinensischen Konflikt wurden in den vergangenen 12 Jahren über 6.500 Palästinenser getötet. Natürlich ist die Opferzahl nicht der einzige Indikator des Leids. Dennoch ist bemerkenswert, wie viel leichter es vielen Palästina-Sympathisanten fällt, israelische Aggression zu geißeln als die brutale Gewalt eines arabischen Diktators gegen sein eigenes Volk. Nirgendwo ist das Freund-Feind-Schema einfacher als im Palästina-Konflikt, nirgendwo sind die Emotionen stärker. So verliert man die Relationen nur zu schnell aus den Augen”,

Darauf weist die NZZ heute laut DLF-Presseschau hin.  Und die Eskalation in GAZA kommt nicht nur dem syrischen Diktator recht. Meines Erachtens wird sie auch vom Iran instrumentalisiert. Wer nach dem Grund fragt, warum der Konflikt gerade jetzt eskaliert, kommt zu ganz anderen Schlüssen. Read the rest of this entry »

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