Jürgen Trittin hat der WamS ein Interview gegeben und man muss dem Mann dankbar sein dafür, dass er kein Blatt vor den Mund genommen hat. Wenigstens weiß jeder, der diese Zeilen liest, wohin die Reise mit Rot-Grün gehen wird. So viel sei verraten: Die freiheitliche Demokratie steht nicht auf dem Fahrplan.

Mr. Dosenpfand erklärt uns en détail seine Ansichten zu Eurokrise und Staatschuldenabbau. Nebenbei belegt er, dass auch einfältigster Agitprop erstaunlich kreativ präsentiert werden kann. Als ehemaliges Mitglied des Kommunistischen Bundes kennt sich Trittin mit volkswirtschaftlichen Zusammenhängen gut aus und weiß deswegen, dass „unter Merkels Kanzlerschaft die deutschen Staatsschulden um eine halbe Billion Euro größer geworden sind und gleichzeitig die oberen zehn Prozent der Bevölkerung noch reicher.“ Wer also dachte, Staatsschulden wären die Folge von unzähligen teuren Fehlentscheidungen unserer politischen Entscheidungsträger, der war wohl auf dem falschen Dampfer.

Seine Antwort auf die vor diesem Hintergrund vermutlich naive Frage, warum der industrielle Mittelstand dieses Landes für die Dummheiten von Politik und Banken blechen soll, ist so einfach wie entlarvend:

„Es geht nicht um den Mittelstand, sondern um die reichsten der Reichen, nicht mal ein Prozent der Bevölkerung. Und die können sich das ganz einfach leisten.“

Wenn ich Herrn Trittin hier in Berlin einmal zufällig auf der Straße begegne, dann werde ich ihn einfach mal um ein paar Hundert Euro bitten. Er als Bundestagsabgeordneter kann sich das schließlich leisten, und das ist offenbar Grund genug, um sich ungeniert bei anderen Menschen zu bedienen.

Für den Fall, dass der eine oder andere Klassenfeind etwas dagegen haben sollte, mit seinem Vermögen für die Idiotie der europäischen Polit-Elite zu haften, hat Trittin eine ganz besondere juristische Innovation in Petto.

Welt am Sonntag: Wie viele Unternehmer werden unter Rot-Grün Deutschland verlassen?

Trittin: Die werden alle hierbleiben. Wir werden den Stichtag für die Steuer nämlich rückwirkend festlegen. Es nützt dann nichts, abzuhauen.

In Rechtsstaaten stünde einem solchen Vorgehen vielleicht das Rückwirkungsverbot entgegen, aber schon die Nazis sind ganz gut ohne diese lästige Regel ausgekommen. Alternativ könnte man auch eine Mauer um Deutschland bauen. Wer raus will wird erschossen oder so lange in den Knast gesteckt, bis Schweizer Menschenrechtler ihn mit harten Franken freikaufen.

Jürgen Trittin, der den stolzen Titel „Diplom-Sozialwirt“ trägt, könnte unter Peer Steinbrück Finanzminister werden. Der WELT teilt er mit, dass er sich das zutraut. Zutrauen darf man Herrn Trittin tatsächlich so einiges, wie dieses Interview zeigt.

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