für die Altersvorsorge sparen, so rauschte es heute durch den Blätterwald.  „Experten“ wie der Postbank-Vorstand Michael Meyer finden das „fahrlässig“ und Innenminister Friedrich appelliert an die „Veränderungsbereitschaft“ der Bevölkerung. Regierung und Opposition überbieten sich ohnehin schon seit Wochen mit neuen Rentenkonzepten. Als ob sie nicht schon genug Unheil in diesem Bereich angerichtet hätten.

Die Deutschen sparen eigentlich für ihr Leben gerne, aber bei den Mickerzinsen, die uns die Inflationspolitik der EZB und ihrer Helfershelfer in Berlin eingebrockt hat, lohnt sich das nicht mehr.  Die Riester- und Rürupverträge, die uns die Regierung Schröder bescherte, sind im Großen und Ganzen Betrug am Kunden. Diese überteuerten und unflexiblen Produkte braucht kein Mensch – und es will sie offenbar auch kaum noch einer.

Angesichts der drohenden Entwertung des Euro als Folge der „Rettungspolitik“ bleiben eigentlich nur Aktien als Schutz vor Inflation und Möglichkeit zur Renditesteigerung. Aber dem vorsorgewilligen Deutschen geht es hier wie dem Hasen mit dem Igel: Der Staat war schon da und hat 2009 mit der Abgeltungssteuer dafür gesorgt, dass auch hier die Bäume nicht in den Himmel wachsen. In kaum einem anderen Land Europas langt der Staat bei Kapitalerträge so ungeniert zu.

Unsere politische Klasse grabscht nach allem, was der brave Michel erwirtschaftet oder erspart, sei es durch Steuern oder Inflation – die eigentlich auch nichts anderes als eine Steuer ist – und besitzt dann noch die Unverfrorenheit, sich als Retter der Entrenteten aufzuspielen.

Menschen, die sich um ihr Auskommen im Alter sorgen, kann man angesichts dieses Irrsinns eigentlich nur eines empfehlen: Früh sterben.

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