Doch rein soziologisch betrachtet, entstammte der ursprüngliche Nukleus dieser Bewegung in der Weimarer Zeit und später der Grünen-Bewegung dem gleichen antimodernen Segment der Gesellschaft, einem radikalisierten Teil der deutschen Mittelschicht.

So bewirbt der Chefdemoskop sein neues Buch im Spiegel und durchbricht als erster seit Jahrzehnten eine nationale Einheitsfront:

Die Grünen erhielten zudem massive Unterstützung von Wissenschaftlern und einem großen Teil der deutschen Massenmedien. Diese wissenschaftlich-mediale Unterstützung lässt die Grünen größer wirken, als sie sind.

Und es komt noch besser. Güllner stellt einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der sinkenden Wahlbeteiligung und hohen Wahlergebnissen der Grünen:

In Baden-Württemberg hat Winfried Kretschmann voriges Jahr knapp 16 Prozent aller Wahlberechtigten hinter sich versammelt, leitet aber daraus ein Mandat für einen radikalen Politikwechsel ab. Kein Wunder, wenn sich da viele nicht mehr vertreten fühlen.

Güllner sieht in den Grünen nicht mehr und nicht weniger als eine Gefahr für die Demokratie. Ich behaupte, dass die ihnen trotz aller basisdemokratischen Pseudo-Aktivitäten schon immer egal war.

Sie führten in die Politik wieder das Handlungsprinzip vom Zweck ein, der die Mittel heilige. Ihre Urgesteine wie etwa der heute so präsente Jürgen Trittin aber auch Joschka Fischer entstammten den radikalen, kommunistischen Teilen der 68iger. Sie sind angetreten, auf dem langen Marsch durch die Institutionen den Sozialismus einzuführen und haben dieses Ziel wohl nur scheinbar aus den Augen verloren.

Anti-Atomkraftbewegung und Umweltschutz waren dabei nur Mittel und nie der eigentliche Zweck. Kann man den verhassten “militärisch-industriellen Komplex” besser ruinieren, als ihm entweder gleich den Strom abzudrehen oder aber die Energiepreise durch die Energie-Wende so zu steigern, dass deren Wettbewerbsfähigkeit ausgehebelt wird. Das ist viel effiktiver als seinerzeit die RAF, die durch die Ermordung von Industriekapitänen die Bevölkerung gegen sich aufbrachte.

Heute sind die Grünen in der Opposition aber am Ziel. Wichtigste Exekutionshilfe ist der Weltklimarat und die EU-Kommission. 27 ahnungslose Kommissare, die nach Beschäftigung gieren, greifen willkürlich und unlegitimiert in die Souveränitätsrechte ein.

Durch die unausweichliche Inflation werden Vermögen ganz ohne Abgabe verstaatlicht. Auch die Sozen tragen das Grüne Mantra von “mehr Staat” unablässlich vor und wollen individuelle Freiheitsrechte durch Steuern- und Abgabenerhöhungen weiter einschränken und durch ganztägige Zwangsbildungseinrichtungen das DDR-Erziehungssystem kopieren. Nur dass es heute nicht um die reine Lehre des Sozialismus geht, sondern um dessen ökologische Variante.

Der grüne Mainstream hat – auch das ist den Nazis ähnlich, ohne sie natürlich vergleichen zu wollen  – die Aufklärung, den kritischen Rationalismus und die sachliche Auseinandersetzung verdrängt. Und er ist so stark geworden, dass an der “Energiewende”, der Vergemeinschaftung der Schulden und  der Unterhöhlung des Selbstbestimmungsrechtes des deutschen Volkes zugunsten einer unlegitimierten Brüsseler Autokratie kein öffentlich geäußerter Zweifel geltend gemacht werden darf, trifft, wie Güllner feststellt, wohl kaum die Meinung der Mehrheit des deutschen Volkes. ABer auch in einem anderen Punkt hat Güllner recht:

Diese Kritik gilt eher den Volksparteien. Die sind zu grün geworden, sehr zum Verdruss ihrer eigenen Stammwähler. Für die Grünen gilt: Sie vertreten nur eine Minderheit von sieben bis acht Prozent der Gesamtbevölkerung und sollten nicht so tun, als wären sie auch nur im Ansatz eine Volkspartei. Ihr Einfluss ist so gesehen unangemessen groß.

 

 

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