Die Süddeutsche nutzt wieder mal einen plumpen Trick: Sie zitiert das Ergebnis eines Entwurfes einer Studie ohne die Quelle offen zu legen. Und nimmt dem Kritiker dagegen die Chance, die Hypothese zu widerlegen. So bleibt nur die Nachricht haften: Die Reichen werde immer reicher. Doch ob das stimmt, muss bezweifelt werden.

Von 4,6 Billionen auf 10 Billionen Euro sei das Vermögen der deutschen gestiegen. Berücksichtigt man die Inflation und nimmt mal einen durchschnittlichen Satz von 2,5% an, so halbiert sich der Zuwachs: Inflationsbereinigt entsprechend die 4,6 nämlich heute bereits 7,54 Billionen Euro. Es sind also gerade mal 2,5 Billionen hinzu gekommen. Das sind 30% auf zwanzig Jahren oder 1,5% Rendite pro Jahr. Tatsächlich liegt der Satz unter einem Prozent, wenn man den Zinseszins berücksichtigt. Und diese Nachricht ist tatsächlich dramatisch. Wenn der Kapitalstock des Landes pro Jahr nur um einen schlappen Prozent wächst, ist der Wohlstand des Landes bedroht. Denn schließlich profitieren von den Vermögen ja nicht nur diejenigen, denen es gehört. Sondern die gesamte Volkswirtschaft. Aktionäre finanzieren Unternehmen und tragen das Risiko, so werden Investitionen erst möglich und die berühmten Arbeitsplätze geschaffen. Immobilienbesitzer investieren in Gebäude, in denen erst Fabriken, Büros und Wohnungen gebaut werden. Und selbst die Eigentümer der Geldvermögen stellen ja dem Staat oder Privaten Kredite zur Verfügung und nehmen das Risiko in Kauf, dass diese nicht zurück gezahlt werden.

Außerdem werden auf diese Rendite Steuern fällig. Auf 2,5 Billionen bei einem Grenzsteuersatz von 25% sind das immerhin 625 Milliarden Euro oder 31 Milliarden Euro im Jahr.

Die Verteilung dieser Vermögen ist in Deutschland auch genauso konstant wie die der Einkommen. Der Grund dafür, dass die weniger starken Einkommen kein Vermögen bilden können, liegt nicht an den gierigen Reichen sondern am räuberischen Sozialstaat. Je geringer das Einkommen, desto größer der absolute Anteil, den der dem Bürger wegnimmt, um ihm paternalistische Versprechen zu machen, die er wahrscheinlich nie einlösen wird können. Ab einem erwirtschafteten Einkommen von 1000 Euro im Monat knöpft der Sozialstaat dem Niedrigverdiener 40% (davon die Hälfte über den so genannten Arbeitgeberbeitrag) ab. Und wer in die Nähe der Beitragsbemessungsgrenze gerät, ist ganz schnell mehr als 50% los, wenn er Einkommenssteuer bezahlen muss. Wenn ich aber nur die Hälfte oder weniger von dem, was ich erarbeitete, abgenommen bekomme, kann ich kein Vermögen bilden. Der Staat ist der Räuber und der Reiche der Gute.

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