Ja, ich will! Das sagen immer mehr überzeugte EU-Patrioten auf „Ich will Europa“, so auch Joseph:

 

 

 

 

 

 

Auf verschlungenen Wegen erreichte die Freunde der offenen Gesellschaft der Hinweis, dass Joseph sein markiges Bekenntnis ganz zeitgeistgemäß abgeschrieben hat, und zwar bei niemand geringerem als seinem Namensvetter Joseph Goebbels. In der berüchtigten Sportpalast-Rede, die Anfang 1943 das zunehmend demotivierte deutsche Herrenvolk zum Durchhalten animieren sollte, heißt es:

Europas Zukunft hängt von unserem Kampf im Osten ab. Wir stehen zu seinem Schutze bereit. Das deutsche Volk stellt sein kostbarstes nationales Blut zur Verfügung. Der übrige Teil Europas sollte hierfür wenigstens seine Arbeit zur Verfügung stellen. Wer diesen Kampf im übrigen Europa heute noch nicht versteht, wird uns morgen auf den Knien danken, dass wir ihn mutig und unbeirrt auf uns genommen haben.

Bevor man das Ganze als harmlose Trollerei abtut sollte man sich vor Augen führen, dass „Ich will Europa“ eine Initiative unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten ist, finanziert von der Crème de la Crème der gesellschaftspolitischen Stiftungen in diesem Land und mit einem Grußwort der Bundeskanzlerin versehen. Bei so viel Prominenz ist es schon erstaunlich, wenn offenbar kein müder Euro für eine paar fähige Mitarbeiter übrig ist, die einen kritischen Blick auf die eingereichten Jubel-Arien werfen. Mein Vertrauen in die Kompetenz der EU-freundlichen Eliten in diesem Land stärkt das eher nicht. Wie schon angesichts der ungehemmten Nationalisten-Prosa auf dieser Website beschleicht einen das Gefühl, dass EU-Befürworter zu glauben scheinen Dreck würde sich in Gold verwandeln, sobald man ihn in eine europäische Flagge hüllt.

EDIT: Mittlerweile hat die Redaktion von “Ich will Europa” reagiert und Joseph gelöscht. Zum Glück gibt es Screenshots. 

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