Ich liebe Europa. Nachdem ich während der Schulzeit acht Monate in Australien zugebracht habe und feststellen musste, das auch die amerikanische Kultur recht einförmig ist, freue ich mich auf einem Kontinent zu leben, der mir so viel Vielfalt und Abwechslung bietet. Und ich bin auch ein Anhänger der europäischen Union. Ich freue mich, dass ich keine Grenzkontrollen über mich ergehen lassen kann, ohne Arbeitserlaubnis in Paris arbeiten oder in Rom leben kann. Dass ich investieren und konsumieren kann und mir aus England ordentliche Hemden mit Manschetten kaufen kann. Das alles will ich nicht, es ist Realität. Diejenigen die es zu verspielen drohen,  werfen gerade neue Nebelkerzen. Nach “Scheitert der EURO, scheitert Europa” heißt es jetzt “Ich will Europa”.

Zwar könnte am Euro Europa scheitern, vor allen Dingen steht aber wohl die repräsentative Demokratie vor ihrem Ende, in der die Politiker mit dem Geld und den Schulden ihrer Bürger deren Stimmen kaufen. Aber Europa wird davon nicht untergehen. Die Menschen wollen die Freizügigkeit und die Diskriminierungsfreiheit genauso wenig missen wie den Italiener um die Ecke. Aber dafür brauchen sie keine 27-köpfige EU-Kommission, die sich anmaßt, etwa den Energieverbrauch bis zum Jahre 2050 zu planen. Da erscheint die vermeintliche Weitsicht der zentralen Plankommission der DDR mit ihren kurzen Fünf-Jahresplänen schon sympathisch bescheiden.

Wenn ich etwas wollte, dann wäre es eine Europäische Gemeinschaft des Rechts, die sich in kritischen Situationen an die Regeln hält, die eben genau für diese Situationen gemacht worden sind. Eine Gemeinschaft der Subsidarität, in der die Bürger auf der jeweils untersten politischen Ebene über ihr Geschick entscheiden und in “Brüssel” nur die Dinge zur Disposition stehen, die wirklich alle Europäer gemeinsam angehen und die eben Freizügigkeit und Diskriminieriungsfreiheit sicher stellen.

Die Eurokraten haben die europäische Idee gestohlen. Unter “mehr Europa” verstehen sie mehr Macht für Brüssel und weniger Freiheit für die Bürger. Das will ich nicht!

About these ads