Die Aufgabe eines amtlichen Kfz-Kennzeichens ist es – weltweit -, ein bestimmtes Fahrzeug fehlerfrei und eindeutig zu identifizieren. Deshalb trägt es in Deutschland neben einer räumlichen Kennung (kreisfreie Stadt oder Landkreis) auch noch eine bis zu fünfstellige Nummernkombination. Weil mit den Gebietsreformen allerlei regionale Kennungen verloren ging, will der Verkehrsminister Städten und Kreisen freistellen, alte oder neue Buchstabennummern vor dem Bindestrich zu gestatten. Und ruft damit die Reichsbedenkenträger auf den Plan. Am groteskesten ist die Feststellung des Vorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei, der seine Kollegen für überfordert hält, wenn sie neben FN für Friedrichshafen auch noch ÜB für Überlingen erkennen müssten.  Die Rate ungesühnter Ordnungswidrigkeiten würde steigen, wenn zu viele Buchstaben-Kombinationen vor dem Bindestrich erschienen. Da fragt man sich, wie der Streifenpolizist mit den rund 41.000 Millionen unterschiedlichen Kombinationen zurecht kommt, die sich aus einer zweistelligen Buchstabenkombination und einer vierstelligen Zahlenkombination ergeben.

Spass beseite. Diese Diskussion ist lächerlich und offenbart das Obrigkeitsdenken der politischen Klasse. Wenn jedes einzelne Auto eindeutig  zu identifizieren sein kann, sollte auch Pusemuckl sein ein eigenes Kürzel bekommen. Aber sobald eine althergebrachte Regulierung gelockert werden soll, melden sich die üblichen Verdächtigen Und so werden alljenige, die uns aus dem Würgegriff der Bürokraten befreien wollen, es weiterhin schwer haben.

 

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