Unter vergleichbaren Titel hatte ich unlängst gepostet, dass Wahlergebnisse selten das Ergebnis der vorherigen Meinungsumfragen widerspiegeln. Das liegt nicht nur daran, dass die “Forscher” schlicht und einfach die Nichtwähler ignorieren. Sondern auch, dass die berühmte Sonntagsfrage stimmungsabhängig ist. Mit dem Ausweis der vermeintlich unentschlossenen Wähler immunisiert man das Ergebnis seiner Prognose im vorhinein. Aber auch bei Sachentscheidungen wird entsprechend verfahren. Erst stimulieren die Spin-Doctors die veröffentlichte Meinung, bis kurz danach die  fehlinformierten Befragten dem manipulierten Meinungsbild in Mehrheit folgen. Dezent manipulierte Fragetechniken tuen ihr übrigens. Und im Anschluss verkündet der Politiker dann seine Entscheidung im Sinne des vermeintlichen Volkswillen. 

Im Sinne des Popperschen Kritischen Rationalismus lässt sich das Ergebnis der Meinungsumfrage nämlich nicht immunisieren. Im Falle des konkreten Wahlergebnisses, sind es die “Unentschlossenen”, im Fall, ob die Energiewende oder die Eurorettung richtig sind oder die hehlerhafte Anschaffung gestohlener Daten gewünscht sei, wird in Funk und Fernsehen eilfertig betont, so und so viel Prozent seien dafür oder dagegen. Eine anschließende Volksabstimmung bleibt aus und so kann das Volk nicht die Behauptung widerlegen, was es eigentlich denkt.

In der repräsentativen Demokratie ersetzt die Meinungsumfrage, deren Ergebnis durch Spiegel-Titel und “Günter Jauch”-Dauereinsatz manipuliert werden soll, selbst die sachliche Diskussion im Parlament.

Besonders dramatisch ist das Versagen der Medien, die ein postuliertes Ergebnis eines “Institutis” sofort als Gott-Gegeben interpretieren, sofern das Wort Studie oder Untersuchung auf dem Titel des PDF-Dokuments fehlerfrei geschrieben ist. Das Ergebnis dieser meist unwissenschaftlichen Pamphlete, die zur  Vedrhinderung von Gegenwehr, meist bei Spiegel oder Süddeutsche.de “vorab” als Pressemitteilung lanciert wird, entzieht sich jeder sachlichen Kritik. Wenn das lückenhafte Stück vorliegt, ist die Sau längst durch´s Dorf gejagt und kein Hahn kräht nach dem Kritiker.

Hat man es dann auch noch prinzipienlosen Oppurtunisten an der Staatsspitze zu tun, deren einziger Selbstzweck die Machterhaltung ist, reihen sich Fehlentscheidung an Fehlentscheidung. Und ob bei Klima- oder Euro-Rettung wird ein ganzes Land ins Verderben geführt.

 

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