Warum gewährt ein belangloses südamerikanisches Land einem australischen Staatsbürger Auslieferungsschutz (von Asyl kann man nicht sprechen) vor der schwedischen und britischen Justiz. Die m ü s s e n dort eine Leiche im Keller haben. Und Assange muss wissen, in welcher Ecke sie verwest. Ob seine naiven Wikileaks- Jünger sich mal überlegt haben, dass sie für einen ziemlich schäbigen Ego-Trip herhalten? Sollte sich die deutsche Qualitätspresse auch mal fragen lassen. 

Schweden ist ein Rechtsstaat und nicht der menschenrechtswidrigen Kumpanei verdächtig. Nicht einmal mit den USA. Die haben bisher auch noch nicht mal einen Antrag auf Auslieferung gestellt. Und selbst die Briten, den man ja  nicht erst seit Tony Blairs scheinbar leichtfertiger Kumpanei mit George Igitt Dobble-View Bush des übermässigen Philo-Amerikanismus unterstellen kann, haben nicht im Traum versucht, dem exentrischen Australier in die USA abzuschieben. Im Gegenteil: Nach seiner Verhaftung hat man ihn unter Auflagen aus der Abschiebehaft entlassen und ihm über drei rechtsstaatliche Instanzen das Recht eingeräumt, sich gegen seine Auslieferung in das als wenig proamerikanisch bekannte Schweden zu wehren.

Dort wirft man ihm nicht etwa seine grenzwertigen Aktivitäten bei Wikileaks vor, die Transparenz vorschützen und sozialistisch-antiamerikanische Züge tragen. Die menschenfreundlichen Aktivitäten etwa Russlands im Tschetschenienkrieg oder der chinesischen Verteidiger der Bürgerrechte in Zentralkomitee und Partei  sind kein Gegenstand der von der Qualitätspresse gelobten “Wikileaks”-Initiative. Auch um Hacker im Iran oder kaum weniger menschenfreundlichen Saudi-Arabien hat man sich offensichtlich nicht bemüht.

Im Umgang mit seinen Sexualpartnern scheint Assange genauso exentrisch gewesen zu sein wie mit der Warheit. Wenn die Hälfte der Vorwürfe gegen ihn gilt, hat er bestimmt nicht die Sensibilität besessen, auf andere Bedürfnisse eingegangen zu sein als auf die eigenen.

Es gibt keinen Grund, warum der Grauschopf sich einem ordentlichen Verfahren entzieht, wenn er nichts vom schwedischen Rechtssstaat zu befürchten hat. Auch wenn der vielleicht weniger zimperlich mit potentiellen Vergewaltigern umgeht.

Wie Zettel schreibt, handelt es sich bei Equador um einen Staat, der es mit den Menschenrechten und der Meinungsfreiheit nicht ganz so genau nimmt und mit den Menschenrechtsfreunden in Kuba und Venezuela sympathisiert. Da ist Assange ja in guter Gesellschaft.

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