Der Lothar Matthäus der deutschen Politik (so ein Journalist im “Presseclub”) rührt mal wieder in der braunen Pampe. Nicht nur in den Windeln des Neugeborenen, das dem Populismusbeauftragten des Parteivorstandes zwei Monate ungewollte Elternzeit verschafft. Das was nicht ganz falsch ist an Sigmar Gabriels Bankenschelte, ist wohl eher ein Zufallstreffer. Dass eine striktere “Bankenregulierung” die Finanzmarktkrise verhindert hätte, ist ein Ammenmärchen. Die Ursachen sind überall dort zu suchen, wo der Staat mit Interventionen Marktergebnisse verzerrt. Oder wie in Deutschland die in Schieflage geratenen Banken mehrheitlich gar dem Staat gehörten. 

Siggy Pops intellektuelle Koalition mit Sarah Wagenknecht offenbart seine intellektuelle Schwäche. Wo das Luxemburg-Double noch messerscharf analysiert, bleibt Pop plump populistisch. 

Die Diskussion um die nun seit voer Jahren ! währende und schwelende Krise krankt an der falschen Diagnose, die zu einer Schmerztherapie führt, statt das Geschwür zu bekämpfen, das unaufhaltbar weiter wächst. Dabei handelt es sich nicht um die bösen Spekulanten sondern vielmehr um die Gelddrucker und die Staaten, die dauerhaft über ihre Verhältnisse gelebt haben und so hohe Schulden aufgetürmt haben, dass sie die Zinsen aus den laufenden Einnahmen nicht mehr bedienen können. Von Tilgung kann kaum die Rede sein. 

Siggys Parteigenossen haben eindrucksvoll bewiesen, was passiert, wenn der Staat zum Bänker wird. Die WestLB lässt grüssen. Vergleichbares gelang natürlich auch den Ministerpräsidenten Sachsens, Bayerns und Baden-Württemberg. Die fassten die Landesbanken lange als Schattenhaushalt auf, mit dem man am Parlament vorbei “Strukturpolitik” machen könnte. Zur Hälfte gehörten diese Institute wie auch die ins Straucheln geratene HSH Nordbank den Sparkassen, den angeblich so soliden Grundversorgern, die bei einer Pleite der Landesbanken in die Grütze gegangen werden. 

Wir leben in einem Zeitalter der Anmaßung. Die Politik maßt sich ein Wissen an, das sie nicht hat und behauptet, sie könne retten, was nicht zu retten ist. Da wenigstens ist der Mann mit der Babypause nicht allein. Bliebe er endgültig zu Hause, wäre trotzdem einiges gewonnen. 

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