Es gibt viele Vorurteile gegen das Politpersonal. Es sei korrupt, eitel, habe keine eigene Meinung und sei obendrein unfähig, diese auszudrücken. Diese gängigen Klischees hat Martin Schulz, weithin unbeliebter SPD-Europapolitiker und Bruder im Geiste eines Unbekannten mit dem „Charisma eines nassen Lappens“ (Nigel Farage) einmal mehr überzeugend widerlegt.
Über einen Korruptionsverdacht ist Herr Schulz ohnehin erhaben. Er bekommt sein Geld von, äh, ja, woher noch gleich… also auf jeden Fall von einer untadeligen Einrichtung. Und seine politischen Positionen beeinflusst das in keinster Weise.
Besonders eitel ist er auch nicht, sonst hätte er schließlich längst etwas gegen seine langweile Durchschnittserscheinung getan. Daß bisweilen Fernsehkameras auf ihn gerichtet sind oder Zeitungen über ihn berichten, ist nur seinem Amt geschuldet und ihm selbst sicherlich höchst unangenehm.
Schließlich hat Martin Schulz kürzlich auch das dritte Klischee widerlegt und nicht nur erkennen lassen, daß er eine eigenen Meinung hat, sondern diese auch ganz undiplomatisch in die Welt posaunt.
Herr Schulz ließ uns wissen, daß unsere obersten Verfassungshüterinnen ziemlich beschränkt sind und von den Dingen, über die sie zu befinden haben, allzu wenig verstehen. Angesichts dieser notorisch streitsüchtigen Klientel hat er es etwas weniger vulgär ausgedrückt, aber nicht minder direkt. Der Normalbürger fragt sich jetzt, was der gute Herr Schulz wohl über ihn denkt, der er nicht einmal ein Jurastudium, geschweige denn ein gutes absolviert hat. Eins ist klar: den Durchblick des Herrn Schulz werden gewöhnliche Sterbliche wohl nie erreichen.
Was also ist das für ein umfassend gebildeter Mensch, neben dem Verfassungsrichterinnen und -richter aussehen wie minderbemittelte Provinztrampel? Laut seiner Homepage (zweifelhafte Angebote können wir hier leider nicht verlinken) ist Herr Schulz von Beruf Buchhändler.
Damit ist klar, daß seine Äußerungen nicht etwa unverschämt, sondern höchst qualifiziert sind. Denn Lesen, das weiß schon jedes Kind, ist gut für die Bildung. Manchmal aber leider auch für die Einbildung.

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