8. Ich finde es widerwärtig, darüber zu diskutieren, ob jemand Jude sei. Mir kommt das so vor, als ob man einen “umgekehrten Ariernachweis” verlange. Die “Ahnenforschung” in dem verlinkten Artikel wirkt jedenfalls auf mich genau so.
schreibt Ruprecht Polenz auf seinem Facebook-Profil zur Ehrenrettung der “deutsch-jüdischen” Lyrikerin Irena Wachendorff, die als IDF-Veteranin des Libanon-.Krieges und Tochter von Holocaust-Überlebenden ihr ganzes Gewicht in die Diskussion um Israel einbringt.
Doch nicht die Achgut-Autorin Jennifer Nathalie Pyka macht hier ein Fass auf, sondern Wachendorff selbst. Sie verleiht ihrer Initiative mit ihrer vermeintlichen Herkunftsgeschichte erst das nötige Gewicht, das ihr überhaupt Gehör verschafft.
Zu dumm, dass an der Sache nichts dran ist. Wachendorff ist die “arische” Tochter eines früheren Wehrmachtsoffiziers – nichts ehrenrühriges, das bin ich auch – und einer Hausfrau. Auch das war in jenen Zeiten nicht selten und trifft auch auf mich zu. Die Israel Defense Forces mussten allerdings auf ihre Mitwirkung verzichten. Nach den Unterlagen der isrealischen Armee hat Wachendorff nie gedient. Das alles hat Wachendorff behauptet und Pyka widerlegt. Mir selbst ist immer schon aufgestoßen, dass die Friedensaktivistin einerseits behauptete, im Libanon-Krieg gedient zu haben und andererseits nicht noch autoritätsverschärfend eine vermeintliche israelische Staatsbürgerschaft vor sich her schob. Denn so weit mir bekannt, sind deutsche Staatsbürger selten als Wehrpflichtige in den Reihen der israelischen Armee zu finden.
Schade Herr Polenz, dass Sie nicht erkennen, dass Sie da jemandem auf den Leim gegangen sind. Denn Ihnen unterstelle ich bei allen unterschiedlichen Auffassungen eigentlich immer noch eine gewisse Prinzipienfestigkeit. .
Frau Wachendorff hat Sie verarscht und vorgeführt, indem sie ihren belanglosen Statements mit Lügen über ihre Herkunft Nachdruck verlieh. Dass Sie ihr die Stange halten, ist das Bedenkliche an der Angelegenheit.
Dass die Menschen über diese Unredlichkeit empört sind, nötigt mir nur Respekt ab. Auch wenn ich bisher schon der Meinung war, dass man den deutsch-jüdischen Friedensaktivisten hierzulande zu viel Gewicht beimisst. Totschweigen wäre wahrscheinlich besser. Was bleibt, wenn die Lügen dieser Frau verklungen sind?






4 comments
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27. June 2012 at 17:25
lalibertine
Chapeau an Jennifer Pyka! Sehr amüsant zu sehen, wie jetzt das ganze biographische Lügengebäude dieser antizionistischen Spinnerin zusammenkracht. Frau Wachendorff tritt selbst gerne äußerst aggressiv und untergriffig in Diskussionen auf, von daher erwischt es ganz klar nicht die Falsche.
Having that said: Ich hoffe, dass die Schlammschlachten jetzt ein Ende haben. Frau Münchausen-Wachendorff hat sich den aktuellen Shitstorm redlich verdient, aber langfristig gesehen müssen die Fakten über Israel an den Mann, denn letztlich ist es wurscht ob die Dame IDF-Veteranin ist oder nicht, problematisch ist der Quark, den sie über die israelische Realität verbreitet.
In einem Punkt muss ich Polenz übrigens recht geben: Was sich an “Israelfreunden” auf FB tummelt ist leider immer öfter nur noch marginal weniger widerwärtig als die Viva Palästina-Fraktion (die ihn allerdings nicht so zu stören scheint). Die Causa Wachendorff hat die Freaks beider Seiten angezogen wie Scheiße die Fliegen, und was man da zu sehen bekam war oft wirklich nicht mehr schön.
27. June 2012 at 18:28
euckenserbe
Grundsätzlich muss man sich selbst gelegentlich zügeln. Denn im Digitalen fehlt die Beißhemmung, die sonst bei diversen Diskussionen eine gelegentlich gepflegte Konservation entstehen lässt.
27. June 2012 at 17:59
Waldemar Pabst
Polenz als Musterpolitiker, der völlig schmerzfrei selbst dann seien Worthülsen wiederholt, wenn er gerade zur Kenntnis nehmen musste, dass sie alle widerlegt wurde. Denn kann nicht sein, was nicht sein darf. Insoweit steht er den Lebenslügen der Irena Wachendorff auch inhaltlich gar nicht so fern.
28. June 2012 at 11:49
Sammy
Um in jede einzelne beliebige jüdische Einheitsgemeinde in Deutschland aufgenommen zu werden, muss zwingend der Nachweiss des jüdischseins erbracht werden – da sonst keine Aufnahme möglich – diese Schicksal ist zwar menschlich gesehen so wie Scheisse aber dennoch notwendig …. das hat mit dem umgekehrten Ariernachweis nichts zu tun – Herr Polenz !!!!