Warum regt sich eigentlich alle Welt über Johannes Ponader auf? Abgesehen davon, dass er darauf besteht, als ordentlicher Transferleistungsempfänger alle Zusatzeinkünfte aus seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der Piratenpartei beim Jobcenter zu melden, ist Ponader mit 374 EUR im Monat das Schnäppchen unter den deutschen Politbürokraten. Schließlich werden auch die Funktionärsbürokratien von CDU, SPD und Co. über die Parteienfinanzierung vom Steuerzahler ausgehalten, und mit Sozialhilfeniveau gibt man sich dort nicht zufrieden. DAS nenne ich Sozialschmarotzertum.
Auf Grund ihrer dünnen Finanzdecke denkt die Piratenpartei laut Ponader jetzt auch über die verstärkte Einwerbung von Spenden nach. Gut so. Wer Spenden gewinnen will, der muss Menschen überzeugen und dafür braucht es klare politische Standpunkte. Mit der schwarzgrünrotgelben Konsenssoße, die uns aus sämtlichen Programmen und Sonntagsreden entgegen quillt, dürfte so etwas eher nicht gelingen. Die staatliche Parteienfinanzierung entfremdet die Politiker von der Bevölkerung. Sie behindert Kreativität und Meinungsfreude durch die Alimentierung einer satten Politbürokratie, die sich selbst genug ist. Ein Blick auf die Wahlkämpfe in den USA zeigt wie lebendig Politik sein kann, wenn die Bürger nicht nur als Stimmvieh sondern auch als ehrenamtliche Helfer und Spender gebraucht werden. Wettbewerb sorgt im Gegensatz zu staatlicher Zuteilung eben für verstärkte Anstrengung beim Anbieter, was die Kunden, also die Bürger, nur freuen kann. Außerdem kann dann jeder selbst entscheiden, welchen politischen Gruppierungen er sein Geld zukommen lassen will, anstatt über staatliche Zwangsabgaben zur Finanzierung einer entrückten Politkaste verpflichtet zu werden, die bei ihren Kadern „Erwerbsbiographien“ nach dem Muster Kreissaal, Hörsaal, Plenarsaal fördert. Deswegen: Weg mit der Parteienfinanzierung oder wenigstens nur noch Hartz-IV-Sätze für die Funktionärsklasse. Ponader, geh’ Du voran!






4 comments
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26. June 2012 at 17:25
Paul
Ist ja nicht so schlimm liebe “Freunde der offenen Gesellschaft”, wenn mal einer hier Unsinn schreibt. Das gehört zu jeder offenen Gesellschaft.
Eine Partei ohne Programm stellt sich zur Wahl und profitiert von der allgemeinen Unzufriedenheit vieler Bürger mit dem Wahlsystem und dem Verhalten der Politiker, von denen auch viele “Sozialschmarotzer” sind, jedenfalls ist da meine Meinung.
Diese neue Partei nennt sich Piraten. Will sie damit zum Ausdruck bringen, dass sie genau dieses entartete Sozialsystem “entert”?
Will Ponader uns vor Augen führen, dass es heute schon üblich ist dieses System zu missbrauchen? Hartz IV – Empfänger arbeiten schwarz! Bei mehr als 40 Stunden Arbeitsleistuntg von “Ehrenamt” zu sprechen ist für mich Missbrauch dieses Ehrenamtes. Wie kann jemand bei diesem Arbeitsumfang sich noch um eine Erwerbstätigkeit kümmern? Deshalb spreche ich von einem Missbrauch des Ehrenamtes.
Eine Partei, die sich von einem derartigen Sozialschmarotzer leiten lässt sollte sich von Piraten in Schmarotzer-Partei umbenennen.
Übrigens, seinem Kampf um ein erwerbsunabhängiges Grundeinkommen, gegen diesen Kampf habe ich nichts, leistet Ponander einen Bärendienst.
Durch sein Verhalten fördert er nur die vorhandene Ablehnung gegen dieses Grundeinkommen.
Hat der wirklich ein Einserabi gemacht? Mir kommen da Zweifel. Solch ein Mensch müsste meines Erachtens schlauer sein.
26. June 2012 at 22:00
lalibertine
@Paul:Wenn doch alle nur auf Hartz-IV-Niveau schmarotzen würden, dann wäre in diesem Land schon verdammt viel gewonnen. Aber die wahren Maden im Speck sitzen woanders. Die unkündbaren Beamten mit ihren fetten Pensionen, die unseren aufgeblähten, allzuständigen Staatsapparat aufrechterhalten. Die Bankster, für die der marktwirtschaftliche Wettbewerb nicht gilt, denn die lassen sich mit Steuermilliarden retten, wenn sie sich verspekulieren. Der ganze staatlich subventionierte Öko/Gender/Gutmenschen-Komplex. Und natürlich unsere überbezahlte und unterqualifizierte politische “Elite”, die in ihrem etatistischen Größenwahn Unsummen an Schulden angehäuft hat und gerade dabei ist, unsere Souveränität an den undemokratischen EU-Moloch anzugeben – und wir müssen dafür auch noch zahlen! .
Da schaffe ich es einfach nicht mehr, mich über Ponaders 374 Euronen im Monat zu ereifern. Für einen Parteichef ist das ein außerordentlich gutes Preis/Leistungsverhältnis.
27. June 2012 at 01:54
Paul
@lalibertin, da muss ich Dir in allen Punkten recht geben. Vieleicht war ich da wirklich zu pingelig.
Also gut, fangen wir bei den ‘Großen’ an. Wenn wir das erledigt haben, wenden wir uns den ‘Hartzern’ zu. Bei denen ist die Summe im Eizelfall nicht so hoch, aber die Menge macht es.
22. July 2012 at 07:21
Karl-Heinz Kahnt
Liebe lalibertine,
ich bin nur zufällig hier gelandet, aber ich muss sagen: Du hast Klasse, und wenn es nicht so vermessen klingt: für eine Frau allemal. Du bist ein ganzer Kerl. Selbst wenn sich über das eine und andere sicher streiten lässt.