Heute schützt das “Völkerrecht” den Potentaten vor seinem Volk.  Das kann man gerade wieder in Syrien beobachten. Statt zu intervenieren, protestiert die Weltgemeinschaft gegen die Massaker und in China und in Russland machen sich derweil die mit einem Veto drohenden Funktionärskasten die Taschen voll. 

Der Name “Vereinte Nationen” ist irreführend. Es müsste “Vereinte Regierungen” heißen. Und dabei sind diejenigen, die es mit Freiheit und Menschenrechten nicht so genau nehmen, in der großen Mehrheit.

Wenn sie gegen ihresgleichen stimmen würden, müssten sie befürchten, dass der Zorn der Hauptversammlung sich das nächste Mal gegen sie selbst richtet. Dabei sind sie meist in der erfreulichen Lage, auf das Steuersubstrat der eigenen Bevölkerung nicht angewiesen zu sein. Meist leben sie von Rohstoffen, Gas und Öl oder Entwicklungshilfe. Und das sehr komfortabel.

Etwas anders verhält es sich mit den Chinesen. Von denen gibt es genug, so dass es immer ausreichend Nachschub aus der Provinz gibt, die als Wanderarbeiter für Hungerlöhne I-Phones zusammenschrauben. Davon lebt dann in der Ferne ihr ganzes Dorf. Dümmer sind nur diejenigen dran, die in den Bergwerken ausgebeutet werden. Dort ist die Sicherheit so unterirdisch schlecht, dass die Grubenunglücke an der Tagesordnung sind. Nur der zunehmende Wohlstand und das steigende Bildungsniveau des eigenen Volkes gefährden auf Dauer das wahrhaft kapitalistische Geschäftsmodell der Kommunistischen Partei.

Der moralische Rigorismus eines George W. Bush war erholsam gegenüber dem fortgesetzten Appeasement seines Nachfolgers. Dass im Irak und Afghanistan schwere Fehler gemacht wurden, steht ausser Frage. Die waren jedoch taktischer und nicht strategischer Natur. Man dachte, als Befreier würde man mit offenen Armen empfangen und die Besetzung der großen Städte würde ausreichen, um ein Gewaltmonopol zu etablieren.

Da hatte man nicht mit Al Quaida und den Taliban gerechnet, die versuchen, die Befreiung der Welt vom Mittelalter mit Waffengewalt aufzuhalten. Auf Dauer werden die Islamisten nicht siegen. Was nicht heißt, dass sie uns und sich nicht noch ein dunkles Zeitalter bescheren könnten.

Die Welt braucht eine neue Rechtsordnung, die das Menschenrecht universal anerkennt und dauerhaft durchsetzt. Daran führt auf Dauer kein Weg vorbei. Auch wenn ich es wahrscheinlich noch nicht erleben werde. Die vielen Menschen in den unfreien Ländern und Diktaturen werden es mit dem Leben bezahlen.

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