Neoklassiker und Keynesianisten unterscheidet, dass beide ökonomischen Schulen auf der jeweils anderen Seite der volkswirtschaftlichen Gesamtgleichung herum drehen wollen, um Wachstum zu gerieren und das Gleichgewicht herzustellen. Das Problem an der Sache: Das gibt es gar nicht. Und wenn es es gäbe, würde es nichts anderes bedeuten als Stillstand: Das weiß jeder, der schon einmal beobachtet hat, wie zwei Waagschalen sich eingependelt haben. 

Natürlich lassen sich ökonomische Theorien praktischerweise in mathematischen Gleichungen darstellen. Das macht sie kurz und knapp und sie erfordern von ihrem Erfinder auch gewisse logische Kentnisse.

Aber die erliegen dann meist einem Mißverständnis. Sie setzen ihr Konstrukt mit der Realität gleich und denken, die Zukunft sei berechenbar. Und durch eine Lohnsenkung hier und eine Steuererhöhung dort, durch schuldenfinanzierte Konjunkturpakete oder Sparprogramme ließe sich die Konjunktur steuern. Dabei haben alle bisherigen Versuche gezeigt, dass nach dem Abrennen großer Strohfeuer die Rechnung für die Ballen bleibt und damit die Schulden, ohne dass das  Ganze einen nennenswerten Effekt auf die Konjunktur gehabt hätte.

Ökonomische Erkenntnisse lassen sich nur als Erklärungen des Prinzips formulieren. Die Demut des kritischen Rationalisten fordert von ihm die Falsifizierbarkeit der Hypothese. Überträgt man diesen Anspruch an die gängigen Konjunkturtheorien, so können sie als widerlegt werden. Dazu zählt auch das Greenspan-Axiom, dass die Ausweitung der Geldmenge solange wachstumsfördernd wirkt, wie die Verbraucherpreise konstant bleiben. Das überschüssige Scheingeld fließt in Spekulationsblasen, um sich dort selbst zu vernichten. Die Nebenwirkungen auf die Realwirtschaft sind dabei erheblich.

Die staatliche Intervention scheitert am mangelnden Wissen, dass der Politiker sich zu haben nur anmaßt. Die Ursachen für Wachstumsschwächen liegen nicht am mangelnden Volumen sondern an der fehlenden Wettbewerbsfähigkeit. Und die resultiert aus  den falschen oder zu teuren Produkten (oder gar keinen), zu hohen Kosten und zu viel Regulierung und Verboten.

Wer uns einen Mindestlohn empfiehlt, der kann nach Südeuropa blicken, wo der verläßlich die Jugendarbeitslosigkeit garantiert, weil die jenigen, die in den Arbeitsmarkt eintreten wollen, nicht die Preise derjenigen unterbieten dürfen, die bereits etabliert sind.

Der Schein des Gleichgewichts trügt und die Herrscher der westlichen Welt werden auf dem G8-Treffen dieser Illusion wieder erliegen und denjenigen Glauben schenken, die ihnen erzählen, sie könnten nur mal kurz die Welt retten.

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