Muttis Liebling ist raus und die deutschen Qualitätsmedien wissen auch warum: Weil Merkel eine Terminatorin mit „Maschinenherz“ ist, so sieht das zumindest der wie immer völlig faktenbefreite Leitartikel von Heribert Fürchtegott Prantl. Der Spiegel und die ZEIT berichten uns von Unmut über die Patzer im NRW-Wahlkampf und Streit mit der Kanzlerin und dem Polterbayern Seehofer. Dass Merkel selbst die Energiewende für den Rauswurf Röttgens als Umweltminister angeführt hat ist den Medienschaffenden zwar nicht entgangen, aber mehr als die offizielle Linie nachzuplappern – Röttgen ist jetzt eine „lame duck“ und kann diese historische Aufgabe daher nicht mehr optimal erfüllen – bringen sie nicht zustande.
Dabei liegt hier der Hund begraben. Die Energie“wende“ klappt vorne und hinten nicht: Strom wird für untere Einkommensschichten unbezahlbar, Kohle-Drecksschleudern müssen vermehrt ans Netz und pusten die Klimaschutzziele durch den Schornstein, die parastaatliche Solarenergiebranche erstickt an ihrer fehlenden Wettbewerbsfähigkeit anstatt grüne Jobs zu schaffen, die lokale Bevölkerung stellt sich beim Netzausbau quer und die Anbindung der Offshore-Windparks an das Stromnetz ist so unrentabel, dass der Fiskus mit unserem Geld nachhelfen muss. Keines dieser Probleme wird verschwinden, wenn Altmaier statt Röttgen das Ökoregiment führt. Der Mehrfrontenkrieg gegen die Naturgesetze und alle Regeln der wirtschafts-, sozial-, und umweltpolitischen Vernunft ist für niemanden zu gewinnen, auch wenn unsere Qualitätsbeobachter – bis auf wenige Ausnahmen – so tun, als handle es sich bei den sich abzeichnenden Niederlagen höchstens um Frontbegradigungen.
Röttgen ist der Friedrich Paulus der Energiewende. Wie einst der Verlierer von Stalingrad marschierte er willfährig an der Spitze eines Himmelfahrtkommandos in die Katastrophe, und nun muss er für die ÖköRaZ (ökologischste Regierung aller Zeiten) den Sündenbock geben. Wenigstens erwartet Merkel keinen Selbstmord von ihrem gescheiterten Energie-Feldmarschall. Röttgen könnte es wie Paulus machen und nach der totalen Niederlage flugs beim Gegner anheuern. Die Atomlobby hat bestimmt einen gut dotierten Posten für den gefallenen Herrn der Windräder und Sonnenkollektoren übrig. Und wenn die Schlinge enger wird, dann sind Wendehälse klar im Vorteil, auch das hat die deutsche Geschichte schon oft gezeigt.






4 comments
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17. May 2012 at 16:27
Simon
Der Kommentar ist leider allzu wahr.
Das ganze Konzept der Energiewende beruht ja auf dem völlig wirren Gedanken, dass wenn Deutschland eine Energiewende vollzieht auch alle anderen Länder dem deutschen Gedanken folgen.
Wer sich auch nur marginal in der Welt auskennt der weiß dass der fast religiöse Ökoglaube eine nur in Deutschland ansässige Religion ist so dass die anderen Länder sicher nicht der deutschen Energiewende folgen werden.
19. May 2012 at 10:02
Paul
@Simon, diese Haltung der Deutschen erinnert mich ganz stark an: “Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.”
Kein Wunder, dass immer mehr Länder von uns Deutschen “die Schnauze voll haben”.
Das stört unser Politiker aber nicht, die sich weiterhin als “Herrenmenschen” gebärden. Schau Dir doch nur mal die Auftritte von Trittin und Roth an. Wer konnte das vor ihnen auch schon?
Für mich sind das Ökofaschisten!
18. May 2012 at 06:31
David
…und was Röttgen angeht, so muß ich schon fragen, wie ein solcher Ignorant, Schaumschläger, Nichtswisser und Blender (schon wieder, s. KT) ein Ministerium führen durfte. Er strahlt pure Inkompetenz aus. Daß er sich auf das Vehikel “Energiewende” setzte, bekräftigt das. Seine Interviews sind angefüllt mit Blasen und Phrasen und entbehren völlig der Fakten.
Jeder, der ein bißchen Ahnung von Naturwissenschaft, Physik und Chemie hat, weiß, daß die Energiewende so wie gedacht nicht klappen kann – bestenfalls erhält man ein Konstrukt, das unter Vernichtung horrender Summen ein Placebo erzeugt.
Inzwischen beten die Jünger der Ökoreligion weiter.
19. May 2012 at 09:55
Paul
@David, und, das ist für mich ganz sicher, das übergeordbete Ziel des Klimawandels kann auch nicht erreicht werden.
Warum also dieses ganze Theater?
Ich sehe nur einen Sinn.
Bestimmte, den GRÜNEN nahestehenden Unternehmen pumpen Subventionen ohne Umwege direkt auf private Bankkonten. Eine gigantische Bereicherung dieser Ökologisten ist das Ergebnis. Zurück bleibt ein wirtschaftliches, finanzielles und energiepolitisches Trümmerfeld.
Und wer bezahlt diesen Wahnsinn?
Natürlich das Volk, also wir alle.
Das Schlimme ist, ich habe jede Hoffnung aufgegeben, dass dieser Wahnsinn noch zu stoppen ist. Das Einzoige was mich beruhigt: Wir haben wenigstens keinen Krieg. Der wäre in seinen Folgen noch schlimmer als die Ergebnisse des Ökokriegs.