Schon wieder geistern linke Utopisten über den Kontinent, die mit neuen Staatsschulden mehr Wachstum in Europa initiieren wollen. Am Ende bleiben die Schulden und die Wirkung verpufft. Stattdessen hilft nur die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.
Wettbewerb garantiert individuelle Freiheit. Wettbewerb braucht Regeln, die den Schwächeren vor dem Starken und dem Staat und seiner Willkür schützen.
Wettbewerb funktioniert die Gesetze der sozialen Evolution: Nicht der stärkste überlebt sondern derjenige, der sich am besten an die Wünsche der anderen und die Rahmenbedingungen anpasst.
Wettbewerb ist ein individuelles und kein kollektives Verfahren. Angebot und Nachfrage lassen sich erst im Nachhinein aggregieren.
Wettbewerb ist immer profitabel. Eine Transaktion kommt nur dann zustande, wenn alle Seiten finden, dass sie ihnen mehr Vorteile als Nachteile bringt.
So entsteht Wertschöpfung. Weil alle etwas vom Wettbewerb haben, haben alle am Ende mehr. Und das nennt man Wachstum.
Staatliche Interventionen lassen sich in zwei Klassen unterscheiden: In Steuersenkungen/erleichterungen und in Ausgabenprogramme.
Steuerliche Massnahmen können dann wirkungsvoll sein, wenn sie linear ausgeführt werden, also das individuelle Verhalten nicht durch Vorschriften zu beeinflussen suchen. Außerdem müssen sie spürbar sein.
Ausgabenprogramme haben nur eine einmalige Wirkung und verpuffen, wenn sie nicht ständig wiederholt werden. Das Wachstum geht zurück, die Schulden bleiben.
Das kann man schön an der dramatischen Lage in Griechenland erkennen, wo die Wirtschaftsleistung durch staatliche Schuldenaufnahme jahrzehntelang simuliert wurde und keine echte Wertschöpfung entstand. Fährt man die entsprechenden Ausgaben zurück, reduziert sich die Wirtschaftsleistung in gleichem Umfang.
Die Wettbewerbsfähigkeit lässt sich auch durch staatliche Maßnahmen kaum verbessern, allenfalls behindern. Jede positive Vorschrift und Regel behindert den Wettbewerb. So lässt sich eine singulare Beziehung zwischen Mindestlohn und Jugendarbeitslosigkeit herstellen. Je höher der Mindestlohn, desto höher die Jugendarbeitslosigkeit. Gleiches gilt für Arbeitsmarktregulierungen jeder Form von der Vorschrift der Länge der Arbeitszeit bis hin zum Mutter- oder Kündigungsschutz.
Dass nur ausgesprochen moderate Reförmchen, wie die Schröderschen von 2005, erhebliche Auswirkungen haben können, zeigt die gestiegene deutsche Wettbewerbsfähigkeit. Denn die ist nur relativ. Um zu gewinnen, brauchen wir nur ein wenig besser zu sein als die anderen. Ob das auf Dauer gut genug ist, ist eine andere Frage.






23 comments
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4. May 2012 at 13:43
Simon
Völlig richtiger Kommentar.
Das Problem mit dem Keynesianismus ist, dass er so perfekt in die linke Vorstellungswelt passt, dass alle Probleme nur Verteilungsprobleme sind und man die Produktion völlig zurückstellen kann.
4. May 2012 at 20:24
Paul
Im Großen und Ganzen bin ich mit den Aussagen im Kommentar einverstanden.
Nur zu einem Detail habe ich eine Anmerkung:
“Steuerliche Massnahmen können dann wirkungsvoll sein, wenn sie linear ausgeführt werden, also das individuelle Verhalten nicht durch Vorschriften zu beeinflussen suchen. Außerdem müssen sie spürbar sein.”
Vorschriften sollten schon das individuelle Verhalten steuernd beeinflussen.
Die stärkste Triebfeder des Menschen ist der Eigennutz.
Die Aufgabe die sich daraus ergibt:
Der Eigennutz muss durch Vorschriften so gesteuert werden, dass seine Befriedigung zwangsläufig Gemeinnutz erzeugt.
Ich glaube Nell-Breuning hat das gesagt.
Dieses Prinzip muss nur konsequent umgesetzt werden.
4. May 2012 at 23:44
Adrian
Und wer definiert was Gemeinnutz ist?
5. May 2012 at 11:26
euckenserbe
Nein. Das Eigennutzaxiom ist alleiniger Antrieb sozialer und biologischer Evolution. Die kulturelle Leistung der Menschheit ist lediglich negative Regeln, also Verbote, entwickelt zu haben, die die Freiheit des Schwachen vor dem Starken und dem Staat schützt. Positive Regeln (Gebote) minimieren die Effizienz und schränken die individuelle Freiheit massiv ein.
Wenn Sie Nell-Breuning zitieren, dann ja einen der Theoretiker der katholischen Soziallehre, die eine konkrete Vorstellung von Gesellschaft durchsetzen will. In der freiwilligen Organisation ist das legitim, solange jeder diese auch verlassen kann. In der staatlichen Ordnung diskriminieren sie all diejenigen, die die Ziele der Organisation nicht teilen.
5. May 2012 at 17:11
Paul
euckenserbe, weitgehende Zustimmung.
Trotzdem noch eine Anmerkung:
“In der staatlichen Ordnung diskriminieren sie all diejenigen, die die Ziele der Organisation nicht teilen.”
Welche Gründe gibt es diese “Ziele” nicht zu teilen?
“In der freiwilligen Organisation ist das legitim, solange jeder diese auch verlassen kann.”
Was ist “feiwillig” an einer Organisation in die ich hinein geboren werde?
Jeder kann Deutschland verlassen, wenn er es möchte!
Aber egal in welche Organisation ich mich begebe, es gibt immer eine Mehrheit und eine Minderheit. Wenn ich zur Minderheit gehöre muss ich damit leben. Oder s.o. Deutschland verlassen.
5. May 2012 at 01:34
Paul
Adrian, wenn Du an diesem Thema interessiert bist, dann google mit dem Stichwort “Gemeinnutz” mal rum.
Das hier ist ein interessanter Artikel: http://causa-nostra.com/Rundblick/Gemeinnutz-geht-vor-Eigennutz–s1102a01.htm
Auch das Stichwort “Nell-Breuning Gemeinnutz”, läßt Dich fündig werden.
Das ist auch ein interessanter Ansatz:http://www.bistum-erfurt.de/upload/2011/bischof_joachim_wanke_vortrag_gemeinwohl.pdf
Oder hier: http://www.inwo.ch/cms/Lesegruppe/leseabend/16-11/OrdolibDarst%28Folien%29.pdf (S.4f)
Und auch hier: http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/downloads/aufsaetze_oekonomik/wirtschaft_und_politik.pdf (S.10ff besonders S.12)
Ich habe die Begriffe auf die Wirtschaft und ihre Erträgnisse bezogen. Da ist meine Erwartung etwas schlichter.
Der Anreiz etwas zu leisten muss durch eine Belohnung stimuliert werden. Gleichzeitig muss die Belohnung eine Gemeinwohlwirkung entfalten.
Also: Wenn ich mehr verdiene, muss ich auch mehr Steuern zahlen. Mein Eigennutz – ein höheres Einkommen -, muss zwangsläufig einen höheren Gemeinnutz – mehr Steuern -, erzeugen. Dabei muss die Verhältnismäßigkeit gewahrt sein. Die Steuern dürfen das Bestreben nach höherem Einkommen nicht ersticken.
Der Gemeinnutz muss gesellschaftlich definiert werden. Er ist sicherlich auch nicht statisch, sondern folgt gewissen gesellschaftlichen Entwicklungen.
Dabei muss m.E. die Kategorie “Gerechtigkeit” ausgeklammert werden, weil diese nur in einer idealen Gesellschaft zu verwirklichen ist, also in einer Utopie.
Ich hoffe, ich habe mich ausreichend verständlich gemacht?
5. May 2012 at 11:29
euckenserbe
Dadurch wird mein vorne stehender Kommentar im Nachhinein deutlich. Was ist die Aufgabe des Staates. Hier wird die Auffassung vertreten, die Herstellung des staatlichen Gewaltmonopols nach innen und außen und die Herstellung sozialer Sicherheit und eben nicht “sozialer Gerechtigkeit”, die als bloßes Optimierungskriterium in der repräsentativen Demokratie dient.
Soziale Sicherheit bedeutet lediglich, nur denjenigen, die das aus eigener Kraft nicht können, ein Leben in Würde materiell zu ermöglichen.
Dafür braucht man nicht mehr Steuereinnahmen sondern immer gleich viel.
5. May 2012 at 17:02
Paul
“Soziale Sicherheit bedeutet lediglich, nur denjenigen, die das aus eigener Kraft nicht können, ein Leben in Würde materiell zu ermöglichen.”
Ist dieses einschränkende”lediglich” und “nur” aus Versehen da hineingeraten? Wenn Du es streiche könntest, würde ich Dir Zustimmen.
Es würde dann heißen:
“Soziale Sicherheit bedeutet, denjenigen, die das aus eigener Kraft nicht können, ein Leben in Würde materiell zu ermöglichen.”
Was wäre daran auszusetzen? Das ist doch ein erstrebenswertes Staatsziel.
Allerdings muss das “aus eigener Kraft nicht können” auch wirklich umgesetzt werden und damit die mißbräuchliche Nutzung des Sozialsystems weitgehend ausgeschlossen werden.
“Dafür braucht man nicht mehr Steuereinnahmen sondern immer gleich viel.”
Ich ergänze:”…oder auch weniger.”
Was ich damit sagen will?
Die Steuern sollten nicht nach den vermeitlichen Bedürfnissen des Staates zur Realisierung seiner Aufgaben festgelegt werden, sondern nach der Ausgewogenheit zwischen Leistung (Gewinn) – also Eigennutz – und Steuern (Abgaben) – also Gemeinnutz.
Das Schlüsselwort ist für mich “Ausgewogenheit”!
Aus den sich dann ergebenden ‘Einnahmen des Staates’ können Art und Umfang seiner ‘Dienstleistungen’ definiert werden.
Leider ist die Situation gegenwärtig genau umgekehrt und damit die Quelle allen Übels, mit der Folge, dass dem ‘Politikersport der Steuererhöhung’ quasi als Notwehr der ‘Volkssport Steuerhinterziehung’ entgegengetzt wird.
Wie kann daraus etwas Gedeihliches entstehen?
Der Staat definiert, trotz parlamentarischer Demokratie, weitgehend ungehindert eigenmächtig, Art und Umfang seiner Dienstleistungen. Auch die effektive Mittelverwendung wird weitgehend der Kontrolle durch das ‘Volk’ entzogen.
)
Der ‘Eigenbedarf’ des Staates verschlingt eine zu große Menge der Einnahmen. Betriebswirtschaftlich gesehen ist der Staat also ‘unrentabel’. Er muss aber Gemeinnützig organisiert sein. (Dadurch wird der ‘Maserati’ ausgeschlossen.
5. May 2012 at 11:55
Adrian
“Ich hoffe, ich habe mich ausreichend verständlich gemacht?”
Sicher. Gemeinnutz ist, was Du gut findest.
Mehr ist Gemeinnutz auch nie. Es ist eine politische Floskel von Kollektivisten.
5. May 2012 at 16:28
Paul
Nein Adrian, nicht was ich gut finde, sondern was WIR gut finden, d.h. eine gesellschaftliche Mehrheit muss es gut finden. Einstimmigkeit ist nicht erforderlich und wohl im wirklichen Leben auch nicht möglich.
Was ist schlecht daran?
Da mir der Begriff ‘Kollektivist’ nicht bekannt war, habe ich mal gegooglete.
Das habe ich gefunden:
“Der Kollektivismus als Wertesystem ist weiterhin durch hohe Loyalität, Verantwortung und Hilfsbereitschaft, aber auch Selbstkontrolle gekennzeichnet. Wie auch der Individualismus, ist auch der Kollektivismus kein starres Konstrukt, d.h. nur weil in einer Gesellschaft überwiegend kollektivistische Werte vorliegen, bedeutet dies nicht, dass in ihr nicht auch individualistische Werte zu finden sein könnten.”
http://de.wikipedia.org/wiki/Kollektivismus
Find ich nicht so schlecht.
6. May 2012 at 12:08
Adrian
“d.h. eine gesellschaftliche Mehrheit muss es gut finden.”
Die gesellschaftliche Mehrheit interessiert mich nicht.
6. May 2012 at 12:10
Adrian
“Was ist schlecht daran?”
Eigentlich alles.
6. May 2012 at 13:51
Paul
Die gesellschaftliche Mehrheit interessiert Dich nicht?
Was interessiert Dich dann?
7. May 2012 at 11:46
Adrian
“Was interessiert Dich dann?”
Meine Freiheit. Mein Leben. Mein Streben nach Glück. Das interessiert mich.
7. May 2012 at 23:54
Paul
Adrian, ich kann nicht glauben, dass dies Dein Ernst ist.
Wenn doch, dann tust Du mir leid, weil Du ein ganz einsamer Mensch bist.
Der Mensch ist ein soziales Wesen!
8. May 2012 at 12:06
Adrian
“Der Mensch ist ein soziales Wesen!”
Das heißt aber nicht, dass mir andere Menschen vorzuschreiben haben, wie ich mein Leben leben soll.
8. May 2012 at 14:20
Paul
Adrian, aber genau das passiert täglich, stündlich, permanent. Es sei denn, Du ziehst in den tiefen Wald und lebst dort als Einsiedler. Allerdings müsste der Wald Dir gehören. Aber auch dann wäre es mit der Selbstbestimmung vorbei, wenn in Deiner Nähe eine Rotbauchunke oder ein Wachtelkönig entdeckt werden würden.
Kann es sein, dass Du ein Utopist bist?
9. May 2012 at 11:48
Adrian
Man kann Zwänge minimieren. Darum geht es.
6. May 2012 at 15:16
euckenserbe
Den Liberalismus interessiert die Freiheit des Einzelnen und nicht die Diktatur der Mehrheit.
6. May 2012 at 22:17
Paul
“Diktatur der Mehrheit”??
Du siehst mich ratlos.
Oder meinst Du das ironisch?
Schau hier: http://www.hanisauland.de/lexikon/d/diktatur.html
Oder hier: http://www.bpb.de/wissen/B144CN
Auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Diktatur
8. May 2012 at 10:30
euckenserbe
Für mich ist das beherrschende Element der Diktatur der Zwang. Der kann auch demokratisch legitimiert sein. Wie man in der derzeitigen Bundesrepublik Deutschland sieht.
8. May 2012 at 14:12
Paul
Gibt es nicht Zwang immer?
Wir sind z.B. gezwungen Rechts zu fahren.
Eine Welt ohne Zwang kann ich mir nicht vorstellen. Oder doch? Die Mehrheitsentscheidung in einem demokratischen Gemeinwesen kann kein Zwang sein. Muß man nicht Zwang anders definieren?
Subjektiv empfindet die Minderheit natürlich die Mehrheitsentscheidung als Zwang. Aber ist er das wirklich. Wie soll soziales Zusammenleben sonst funktionieren.
Auch in der Schweiz, dem allgemein als Musterländle der Demokratie bezeichneten Gemeinwesen, wird die Mehrheit die Minderheit immer zu etwas zwingen müssen.
Nur in der DDR war es anders. 99,9% waren dafür. Die 0,1% waren an ihrem Schicksal selber schuld! Man wird doch noch mal lachen dürfen?
9. May 2012 at 11:50
Adrian
“Die Mehrheitsentscheidung in einem demokratischen Gemeinwesen kann kein Zwang sein.”
Natürlich kann sie das und sie ist es. Ziemlich blauäugig das Gegenteil anzunehmen.