Die GEMA hat gegen Youtube gewonnen. In dem Rechtsstreit geht es weniger um die Frage, ob das Videoportal GEMA – lizensierte Musik wirksam entfernt. Sondern wie hoch die Preise sind, die sie fordern will. Youtube wird sie nicht zahlen. Unsereins schaut in die Röhre und die Piraten kriegen neue Wähler.

Natürlich haben die in dem Punkt recht: Das Urheberrecht ist anachronistisch. Und die GEMA fühlt sich ihrer Sache verdammt sicher. Die Gebühren für Veranstaltungen mit Musik hat sie “standardisiert”. Was für einen Berliner Club eine Preissteigerung von 2.800 € pro Monat auf 108.000 € bedeuten würde.

Wie bei der gestern kritisierten GEZ-Haushaltsabgabe gilt auch hier: Man kann die Birne nur einmal schälen. Das Geld, das die GEMA einzieht, muss der Clubbesucher in Zukunft mit höherem Eintritt oder teuren Getränken bezahlen. Und damit hat er weniger für den Restkonsum. Und die Angelegenheit macht im Zweifel die reichen Künstler immer reicher und die armen bleiben arm.    Ob die Ausgaben steigen, sei noch mal dahin gestellt. Viele Läden machen zu und die Leute organisieren sich anderweitig über das Netz zu den berühmten “Facebok”-Parties oder Vergleichbarem.

Klar muss der Künstler für seine Leistung entlohnt werden. Aber bei der inflationären Produktion von Inhalten und deren Verfügbarkeit muss der Preis bezahlbar sein. Und dafür brauchen wir eine Reform des Urheberrechts. Und niedrigre Preise.

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