Europa ist gut. Die EU ist schlecht. Manchmal ist es so einfach. Als die Gründerväter Adenauer und de Gaulle die Montan-Union gründeten, hatten sie weder Gurkenkrümmung noch Gendermainstreaming, Frauenquote, CO²-Ausstoß, Diesel-Steuer, den Lissabon- oder Bologna-Prozess und nicht einmal die Maastrichtkriterien im Blick. Vom EURO war auch nicht die Rede. Die Gründerväter der EU hatten ein ganz anderes Konzept: Frieden und Freiheit durch Freihandel. Und das hat blendend funktioniert.

Die letzte Erfolgsgeschichte Europas war der Binnenmarkt. Der riss die letzten Zollschranken und Diskriminierungen auf dem Kontinent nieder und setzte auch die Niederlassungsfreiheit durch. Seither leben wir in einem einigen Kontinent, der für seine Bürger einen Mehrwert zu trotz und nicht wegen der EU produziert.

Dieses Europa ist nicht das Europa der Kommissare und Parlamentarierer, der EU-Richtlinien und -Gipfel, sondern ein Europa der Bürger, die französische Autos, italienische Pasta, schwäbische Spätzle, österreichischen Wein, scheinbar schwedische Möbel und finnische Mobiltelefone, die mit Verlust in Rumänien aus Teilen zusammen gesetzt werden, die in China zusammen gelötet wurden sind, kaufen und konsumieren.

Es ist ein Europa, in dem französische Motoren (von Peugeot) englische Kleinwagen (Mini) und Luxuskarossen (Jaguar) antreiben. Das sich der Kleinwagenladen im Eigentum von Deutschen befindet und der andere im Eigentum von Indern, wundert dabei kaum einen. Die Getriebe schließlich stammen vom Bodensee.

Nur weil eine Kommission sich in ihre Bestandteile auflöst oder eine Währungsunion scheitert, werden wir die Uhren nicht zurückdrehen. Im Gegenteil. Schinken  aus Norditalien selbst Oliven aus Griechenland werden genauso wie Rotwein aus Spanien in den Supermarktregalen die Krise überwinden, egal ob wir in Mark, Sloty oder Euro an der Kasse zahlen.

Wer dieses Europa wachsen sehen will, muss nicht auf die Bürokraten setzen, sondern auf die Europäer. Auf ihr Selbstbestimmungsrecht, auf ihre Vielfalt, auf das wahre europäische Asset der Kultur und Geschichte eines Kontinents, der so reich ist an Potentialen und Chancen.

Gestern und heute haben wir das Europa gesehen, das wir nicht brauchen können: Ein Parlament, das mal kurz die Dieselbesteuerung um 22 Cent erhöhen will und damit wahrscheinlich schnellstens den gesamten innereuropäischen Güterverkehr zum Erliegen bringen will, damit dieses Getriebe, in dem jedes Zahnrad mit Diesel geschmiert ist, zum Erliegen bringen.

Und heute erteilte der Attac-Gründer und Grünen-EU-Abgeordnete Sven Griegold der europäischen Kommission die Absolution, die uns allen immerhin raten will, wie wir die EU-Wirtschaft zum wachsen kriegen. Natürlich mit grüner Industriepolitik, obwohl die Serienpleiten der Solarfirmen offensichtlich belegen, dass nicht einmal milliardenschwere Subventionsorgien das dauerhafte Überleben von schlecht geführten Unternehmen mit nicht konkurrenzfähigen und ineffizienten Produkten sichern können.

Und die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Nein, wir brauchen eine neu Ordnung für Europa: Die Kommission muss verkleinert werden, ihre Aufgaben zurück auf nationale, regionale und kommunale Ebene zurück delegiert werden. Die EU wird beschränkt auf die Rolle eines Schiedsrichters, der dem Bürger drei Dinge garantiert: Freiheit, Freihandel, Freizügigkeit.

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