Als es eingedenk der ARD-Talk-Show Flut eng für ihn wurde, schaffte der Entertainer den Wechsel zu SAT1. Dort ist sein Gastspiel nun mangels Zuspruch zu Ende. Nur kurz nach Schlecker schließt die Produktionsgesellschaft ihre Tore. Und macht 60 Mitarbeiter arbeitslos. Und ZDF Neo hat kein Geld mehr. Das ist wie bei Schlecker. Und die Gesellschaft könnte in Kürze ja auch noch die 60 nicht mehr benötigeten Mitarbeiter der der Todeszone erlegenen Produktion “Gottschalk Live”. Gemeinsam können sie dann ein weiteres Jahr bei vollen Bezügen umschulen. Irgendwas mit Medien wird schon drin sein. Die Länder Nordrhein-Westfalen und Berlin verhandeln schon über Landesbürgschaften für einen KfW-Kredit. Schmidt und Gottschalk bleibt nur, mit der Abfindung die Zeit bis zur Rente zu überbrücken. 

Das Beispiel bezeichnet die Absurdität der “Transfer-Gesellschaft” für 11.000 ehemalige Schlecker-Mitarbeiter. Denn während Gottschalks und Schmidts Mitarbeiter hochgelobt für die miesen Quoten mit verantwortlich gemacht werden und deshalb kaum eine Chance auf dem engen Medienmarkt auf eine befristete freie Mitarbeiterschaft haben, ist das für die überwiegende Anzahl der Schlecker-Verkäuferinnen, deren menschenunwürdige, prekäre Arbeitsverhältnisse der öffentlich-rechtliche Rundfunk in unzähligen Magazinbeiträgen gegeißelt hatte, vermutlich nicht so schwer. Im Einzelhandel gibt es bundesweit 2,7 Mio Mitarbeiter. Da kann man 11.000 kaum als systemrelevant bezeichnen. Und dass die dort irgendwo einen neuen Job ohne die parternalistische Intervention des stellvertretenden Ministerpräsidenten Baden-Württembergs finden, ist ziemlich wahrscheinlich.

Als Schlecker, DM und Rossmann vor rund 30 Jahren ihren Siegeszug in den Fußgängerzonen begannen, ging der Siegeszug auf Kosten der gut inhabergeführten Drogerie um die Ecke mit persönlicher Beratung und zwei ordentlichen Verkäuferinnen. Für die gab es keine Transfergesellschaft und auch kein Mitleid.

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