Für die CDU entschieden sich lediglich 21,81% der Wahlberechtigten, bei der SPD waren es 19.18%. Macht genau 41%. Das sind genauso viel wie voraussichtlich nicht im Parlament vertreten sind. Schaffen es die Grünen nicht, sind die Wähler, die nicht im Parlament vertreten sind, mit 44,1% klar in der Mehrheit. Niederschmetternd ist das FDP-Wahlergebnis, die Partei konnte nur 6.000 Wähler gewinnen, was deFacto 0.75% aller Wahlberechtigten darstellt. 

In der repräsentativen Demokratie muss es die Aufgabe der Demokraten sein, nicht nur die Mehrheit der abgegebenen Stimmen zu erreichen, sondern möglichst viele Wähler von der Sinnhaftigkeit der Stimmabgabe zu überzeugen. Das gelingt immer seltener. Der wahre Trend ist seit Jahrzehnten die fortgesetzte Wahlverweigerung, die weder vom schönen Wetter alleine noch der Aussicht auf eine große Koalition befördert werden könnte. Der lang anhaltende Trend der sinkenden Wahlbeteiligung dürfte viel mehr darauf zurück zu führen sein, dass eine zunehmende zahl bürgerlich-liberal-konservativer Wähler sich von keiner politischen Partei des sozialdemokratischen Mainstreams unterschiedlicher Couleur vertreten fühlt und in die innere Verweigerung geflüchtet ist.

Eine echte bürgerlich-liberale Partei, die diesem Mainstream widersteht und eine entsprechende Politik durchsetzt, dürfte zwar bei der veröffentlichten Meinung auf wenig Gegenliebe stoßen. Aber mehr als die 0.75% der Wahlberechtigten erreichen, die die FDP bei der Landtagswahl im Saarland zur Stimmabgabe bewegen konnte.

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