Sie sind eigentlich das Aufheben, das um sie gemacht wird, nicht wert. Es gibt wichtigeres: Der Iran droht in seinem Untergang mit letzter Kraft die halbe Welt mit seiner Bombe in den Untergang zu reißen. In Syrien sterben täglich dutzende Menschen. Und mit den ganzen Rettungsschirmen unterminieren wir die Zukunftsfähigkeit des europäischen Gemeinwesens, das mit 6-8 Billionen ohnehin bankrott ist. Die Staatsaffäre um den Bundespräsidenten wird vor allem von dessen Ungeschick und der medialen Penetranz bestimmt, mit der jeder Bewirtungsrechnung der Charakter eines endgültigen Beweises beigemessen wird. Johannes Rau hatte viel mehr Dreck am Stecken. Er flog ständig in Privat-Jets auf Kosten der stets defizitären WestLB umher, deren Geschäftsgebahren ihm und vor allem seinem Nachfolger Wolfgang Clement dazu diente, mit einem faktischen Schattenhaushalt ohne jede parlamentarische Autorisierung Industriepolitik zu betreiben. Wohin deren Chef Friedel Neuber seligen Angedenkens Landes- und Kommunalpolitiker noch eingeladen hat, will die deutsche Öffentlichkeit bestimmt nicht mehr wissen. Wulffs Mini-Bürgschschaft für die Hannoveraner Briefkastenfilm-Firma ist unter deutschen Medienpolitikern gang und gäbe, um vermeintlich attraktive Arbeitsplätze zu schaffen und die eigenen “Metropolen” in´s rechte Licht von Film und Fernsehen zu rücken. In Köln brodelt gerade eine Affäre um die Fernsehstudios “Coloneum”, aus denen uns RTL mit den Live-Shows von “Deutschland sucht den Superstar” und beglückt. Dort hat die unter kommunaler Aufsicht stehende ach so solide Sparkasse satte 600 Mi0. Euro in die verlustreiche Unternehmung versenkt. Und was war mit dem Freibier für die Bundesgesundheitsministerin von “Partymanager Schmidt”, dem Lear-Jet Flug des damaligen SPD-Chefs Beck auf Kosten Schmidts von Berlin nach Hamburg auf dessen Party, für die er vom eigentlichen Veranstalter Hundert-Tausende kassierte? Der Tatsache, dass die Hälfte der Kosten von Becks Geburtstagsfeier vom Zweiten Deutschen Fernsehen gesponsert wurde? Wulffs Affäre ist eine Petitesse, die der Berichterstattung nicht lohnt. Das ändert nichts daran, dass der Mann eine Fehlbesetzung ist, dessen Qualifikation ihm nur zum Unterschriftenautomat befähigt. Er ist die Fleisch gewordene Mittelmässigkeit unserer politische Eliten, die durch die Panzerglasscheiben ihrer Limos den Realitätsbezug vollständig verloren haben. Ein Bundespräsident Gauck wäre deshalb eine optische Täuschung gewesen.

Zu Wachendorff. Die Frau profiliert ihr Gutmenschentum auf Kosten ihrer vorgegebenen jüdischen Herkunft und zu Lasten Israels und zu Gunsten eines Kindergartens, über dessen Sinnhaftigkeit man geteilter Meinung sein kann. Man muss sich fragen, wer die jüdische Universalkünstlerin überhaupt ohne ihr merkwürdiges Engagement jenseits der Volkshochschulen rund um Remagen zur Kenntnis nehmen würde.

Protegiert wird sie durch einen Bundestagsabgeordneten, der sich fragen lassen muss, ob er sich in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des auswärtigen Ausschusses nicht um wichtigeres zu kümmern hat. Mehr als unappetitlich wird es, seit er sich mit einer merkwürdigen Corona über seine Facebook-Seite solidarisiert, die einer engagierten Bloggerin allerlei Hässlichkeiten unterstellt, die es gewagt hatte, Wachendorffs unseriöses Gebaren zu kritisieren. Denn wenn man als eingetragener und gemeinnütziger Verein firmiert, der man (vielleicht noch) nicht ist und sich bei einem Benefiz-Konzert mit dem Namen “WDR-Symphonie-Orchester” brüstet, obwohl die fidelnden Künstler privat und nicht offiziell zum Bogen greifen, kann man schon eine Strategie dahinter vermuten, die bewusst mit der Vorspiegelung nicht ganz richtiger Tatsachen arbeitet.

Um die Sache am Köcheln zu halten, streuen Polenz und Konsorten allerlei üble Gerüchte über eine profilierte Schreiberin. Die hatte sich lediglich nach der nicht vorhandenen Gemeinnützigkeit des nicht im Vereinsregister geführten losen Zusammenschlusses einzelner Personen erkundigt. Wachendorff und Co organisieren gar eine pseudo-kritische Berichterstattung, für die sich Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung hergeben. Dabei bricht man gar mit dem alten Gebot, dass sich eine Krähe der anderen kein Auge aushackt.

Wir leben mittlerweile in einem System der Selbstreferentiellität, das sich genügt und in dem die angestoßenen Scheingefechte die Realität vollständig verdecken.

Achso: Wenn Wulff heute zurücktritt, ist es gut. Wenn nicht auch. Mir ist es herzlich egal.

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