Es gibt mehr als 1,2 Mio. arabische Staatsbürger Israels. Nach der überwiegenden Anzahl der Meinungsumfragen sind sie das gerne. Und sie haben mehr Rechte als die Nachfahren der arabischen Flüchtlinge, die das Land nach  1949 verlassen haben, in Syrien, im Libanon oder Jordanien. Denn sie sind keine Staatsbürger zweiter Klasse. Das Einzige, was sie nicht müssen,  ist zum Militär. Doch darüber berichten die deutschen Initiatoren israelisch-arabischer Bildungsprojekte nicht und auch Herr Polenz weckt in seiner Stellungnahme bewusst oder unbewusst den Eindruck, arabische Israelis seien “Palästinenser.” Und plötzlich wird aus “Gutmenschenprojekten” wie “Ein Bustan” politische Propaganda.

Unter dem Begriff “arabische Israelis” versteht man alle nichtjüdischen Israelis, die auf dem Staatsgebiet leben und die israelische Staatsbürgerschaft angenommen haben. Sie sind nicht zu verwechseln mit den arabischen Flüchtlingen, die 1949 aus dem Stammland geflohen sind (nur sehr wenige wurden vertrieben) und auch nicht mit jenen, die in den von Israel 1967 wieder besetzten Gebieten, die das Land großteils im Befreiungskrieg von 1949 verloren hatte und die dem Staatsgebiet Jordaniens (Westbank) oder Ägyptens (GAZA) zugeschlagen worden sind. Erst nachdem diese Gebiete von Israel zurück erobert wurden, gaben diese beiden Länder die Ansprüche auf diese Gebiete “zugunsten” der “Palästinenser” auf.

Palästinensische Israelis leben friedlich mit ihren jüdischen Mitbürgern und wünschen sich nach gängigen Meinungsumfragen keinen anderen Zustand. Zweite Amtssprache in Israel ist arabisch und vom Formular bis zum Straßenschild wird auch alles in arabischer Schrift und Sprache angezeigt.

Viele arabische Israelis leben in arabischen Städten oder Siedlungen. Aber auch in Großstädten wie Tel Aviv, Haifa oder insbesondere Jerusalem. Ihnen steht das gesamte israelische Bildungssystem offen, allerdings gibt es für sie extra arabische Schulen, in denen modernes Hebräisch erst ab der dritten Klasse gelehrt wird.

Zugegeben, ihr Bildungsniveau ist insgesamt wohl nicht so hoch wie das der jüdischen Israelis, doch dürfte dies nicht unbedingt an der Diskriminierung der Araber liegen. In allen europäischen Ländern ist schließlich ein vergleichbares Phänomen festzustellen.

Israelische Araber haben ihre eigenen politischen Parteien und sind auch im Parlament vertreten. Es soll sogar arabische Minister in israelischen Regierungen geben.

Vor diesem Hintergrund erscheinen die Bemühungen um einen jüdisch-arabischen Kindergarten in einem ganz anderen Licht. Für die Kinder, die ihn besuchen, ist er gewiss eine segensreiche Einrichtung, weil vielleicht mehr jüdische Kinder arabisch lernen und mehr arabische Kinder früher hebräisch lernen. Das war es dann aber schon.  Mehr Frieden zwischen beiden Volksgruppen wird es dadurch nicht geben, denn Araber und Israelis leben auf israelischem Staatsgebiet schon in Frieden. Jeden Tag. Und es sind nicht weniger oder mehr Leute damit zufrieden, wie in anderen Ländern auch.

Das führt uns aber zu der Frage, was die IDF-Veteranin Irene Wachendorff antreibt, aus einem gewöhnlichen, zweisprachigen Kindergarten ein “Friedensprojekt” zu machen, für den man extra einen Förderverein gründen muss, dessen Gemeinnützigkeit offensichtlich noch nicht anerkannt ist.

Und eine mögliche Antwort wäre, dass hier arme Kinder für ein politisches Ziel instrumentalisiert werden. Das Ziel, Israel als ein Land darzustellen, das dessen arabische Staatsbürger diskriminiert, um so den Apartheidsbegriff endlich auch darauf anzuwenden und eine demokratisch – auch von den Arabern – gewählte Regierung zu diskriminieren, nur weil man eine andere Auffassung vertritt und die Israel-Freunde von der Hamas gerne mal mit ein paar abgelaufenen Medikamenten auf dem Seeweeg beglücken möchte.

 

 

 

About these ads