Soeben wird gemeldet, dass der Dissident und Schriftsteller und spätere Präsident der Tchecheslowakei sowie Tchechiens gestorben ist. Ein Held Europas, ein Kämpfer für die Freiheit, ein Begründer der Charta 77 und ein großer Mann des Wortes:

Hier ein Auszug aus seiner Rede, die er anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels nicht halten durfte, weil das kommunistische Regime ihn nicht ausreisen ließ. Stattdessen trug Maximilian Schell sie unter dem an seiner Stelle vor:

“Dasselbe Wort kann einmal große Hoffnung ausstrahlen, ein anderes Mal  nur Todesstrahlen aussenden. Dasselbe Wort  kann einmal lügnerisch sein, einmal faszinierend und ein anderes mal trügerisch. Einmal kann es herrliche Perspektiven  eröffnen und ein anderes Mal nur Gleise verlegen, die ganze ARchipel von Konzentrationslagern führen. Dasselbe Wort  kann einmal ein Baustein des Friedens sein, und ein anderes Mal  kann jeder  einzelne seine Laute vom Echo der Maschinengewehre dröhnen. “

Havel war nicht nur ein Mann des Wortes sondern der Macht, die er mit ihm und durch es gewann. Seine Macht war so groß, dass die Diktatoren sich von ihm und der Macht seiner Sprache bedrohten und ihn einkerkerten, was seine Gesundheit ruinierte, ihn aber nicht daran hinderte, sich an die Spitze der Befreiungsbewegung zu setzen und ihr zu dienen, während er wegen seines Krebses fortwährend dem Tod von der Schippe sprang.

Havel hatte den Großmut der Versöhnung und reichte uns Deutschen die Hand. Die Idee Europas lebt durch Idealisten wie ihn und wie in der Sozialistischen Tschechischen Republik wird die Freiheit bedroht von Kommissaren, die sich anmassen, besser zu wissen, was gut ist für uns.

Havel ist ein Mahnmal, dass man Europa eben nicht den Technokraten und Funktionären überlassen darf und dass die Idee dieses Kontinents auf der Freiheit beruht und nicht auf der Macht der Kommission und eines Ministersowjets rates.

Leuten wie Havel sind wir es schuldig, dass wir Europa nicht den Merkels, Röslers, den Sarkozys und Steinbrücks, den Barosos und Römpömpöms überlassen.

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