Ich finde es klasse, wenn ältere  Herrschaften noch so spontan sind und sich an einem See gelassen über ein Badeverbot hinwegsetzen, selbst wenn dies der Ruhe der Fische und dem Umweltschutz dienen soll. Das tat auch der erste und einzig direkt gewählte Grünen-Bundestagsabgeordnete Christian Ströbele, der in der hessische  Baden-Württembergische Provinz mit seiner Frau in die Fluten sprang. Dabei geriet das Paar ins Schußfeld von ein paar Jung-Anglern, die Fisch-Futter mit kleinen Schleudern über den – wie gesagt – nicht zum schwimmen vorgesehenen – Teich verteilten und versehentlich Frau Ströbele am Kopf trafen. Die Frau des früheren RAF-Anwaltes bewies obendrein noch ihr tief empfundenes Vertrauen in die Obrigkeit, in dem sie den Vorfall zur Anzeige brachte – im Beisein ihres Gatten. Das war dem Heddesheim-Blog eine Meldung wert. Nur vertat man sich in einem Detail. Es wurde nicht ausreichend differenziert dargestellt, dass nur Frau Ströbele die Strafanzeige stellte und ihr Gatte lediglich daneben sass. Die Blogger sahen Ströbele als Anzeigensteller und berichteten auch so.

Dessen Vertrauen in die Presse war so groß, dass er davon ausging, dass man in Heddesheim die Sache wohl schon korrekt darstellen würde. Und ließ eine entsprechende Mail-Anfrage der Blogger unbeantwortet.

Als die nicht hundertprozentig richtig angaben, Ströbele und nicht seine Frau hätte Anzeige erstattet, erwies der Mann dem Rechtsstaat die nächste Ehre: Er beantragte einen Anwalt, um die Blogger zu einer Unterlassungserklärung zu zwingen. Die Rechnung schickte der gleich mit: Rund 750 Euro sind fällig.

Auf Rückfrage erklärte der wenigstens der etablierten Presse, dass seine Urlaubsplanung nicht Gegenstand des öffentlichen Interesses sei. Und dass er eben die Anzeige nicht gestellt habe.

Der Heddesheim-Blog sieht sich nun den erheblichen Kosten eines Rechtsstreites gegenüber und bittet um Spenden. Dem Aufruf schließe ich mich an.

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