Die FDP-Bundestagsfraktion hat in den Kinos einen Spot geschaltet, in dem alles rückwärts geht, bis Wilhelm Zwo samt Entourage mit wild befederter Kopfbedeckung zur Mobilisierung schreitet. Dann tritt Allzweckwaffe und Hoffnungsträger in einer Person auf, um mehr und nicht weniger Europa zu fordern: Hans-Dietrich Genscher spricht auf dem Pariser Platz bedeutungsschwanger, um die Schuldenkrise zu bekämpfen. Dabei entwickelt er allenfalls mephistotelessche Qualitäten: Er ist der Politrentner, der das Gute meint und das Böse schafft.

Was versteht er unter “mehr Europa”. Eine Wirtschaftsregierung? Weniger Subsidarität, weniger Freiheit, weniger Vielfalt, weniger Regeln. Mehr Zentralismus, mehr Regulierung, mehr Vorschriften. Das ist wohl nicht liberal.

Quantität und Qualität sind zwei paar Schuhe. Ein liberales Europa ist ein Europa der Subsidarität, wo alle Entscheidungen auf der möglichst niedrigsten Ebene getroffen sind und der Bundesstaat oder gar die Union lediglich durch negative Regeln und einheitliche Standards, wo die erforderlich sind, setzt. Ein Europa der Freiheit und der Freizügigkeit und keins der Diskriminierungen von Männern und einer unauthorisierten EU-Regierung.

Genscher ist halt alt geworden. Wer die Gefahr beschwört, ruft sie herbei. Wer sich aufführt, wie die Deutschen gegenüber den Anderen, macht sich nicht beliebt sondern schürt alte Ressentiments.

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