Scheiße. Einen Post unter diesem Titel hatte ich mir heute morgen überlegt. Und war noch nicht dazu gekommen, ihn zu schreiben. Nun ist es keine Vorraussage mehr, sondern die Beschreibung des Ist-Zustands: Deutschland hat ein Drittel einer 10-jährigen Anleihe nicht verkaufen können. Es fehlen rund 4 Milliarden in der Kasse. Bei einer Gesamtverschuldung von mindestens 2 Billionen macht das zwar den Kohl nicht fett, aber es ist ein Indiz dafür, dass “den Märkten” wer immer das sein mag, langsam schwant, dass die Zinsen der deutschen Staatsanleihen zu niedrig sind, um das Risiko auszudrücken, das hinsichtlich der Rückzahlung besteht. Außerdem steht eine ordentliche Inflation in der Erwartung und die führt für den Kapitalgeber dann zu einem realen Verlust. 

Mündelsicher sind Staatsanleihen schon lange nicht mehr. Denn wenn die von der EZB aufgenommenen Staatsanleihen der “Krisenländer” durch einen Kapitalschnitt entwertet werden, verliert die deutsche Bundesbank anteilig mit rund 22%. Und deren Verlust muss dann wieder die Staatskasse tragen, was deren Bonität nachhaltig beeinträchtigt.

Ob ESFS, ESM oder EZB, jedes dieser Kürzel steht für die Bredouille, in der wir schon längst stecken. Wenn die EZB im Zweifel Staatsanleihen kauft, leitet der Anleger daraus eine faktische Garantie ab. Und damit sind wir schon lange mitgefangen. Auch wenn wir noch nicht hängen.

Was die Katastrophe abmildert ist die wirtschaftliche Verflechtung mit anderen Regionen der Welt, in die wir weiter Autos, Maschinen und Anlagen liefern können.

 

 

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