Das ist ja gerade nochmal gut gegangen. Unsere rot-grünen „Verteidigungsexperten“ haben spitzgekriegt, dass die Bundeswehr mit einem Video-Clip um Nachwuchs warb, der Waffen (!) und Soldaten (!!) zeigte. Im Hintergrund soll sogar die Nationalhymne (!!!) zu hören gewesen sein. Das Neue Süddeutschland fühlt sich an “Ballerspiele” erinnert und  berichtet fassungslos:

Mit feuerspeienden Triebwerken hebt ein Eurofighter vom Boden ab. Ein Kampfhubschrauber umschwirrt einen Containerfrachter. Ein Leopard-Panzer pflügt durch unwegsames Gelände. Rasant geschnittene Szenen reihen sich zu einem Video-Clip aneinander. Dazu dröhnt harte Rockmusik aus dem Lautsprecher. Allmählich ist in dem Heavy-Metal-Lärm die deutsche Nationalhymne zu erkennen.

Nach der mutigen Intervention von Rainer Arnold (SPD) und Agnieszka Malczak (Grüne)  zog die Bundeswehr das jugendgefährdende Machwerk umgehend zurück. Gut so! Die Kameraden von der Marine haben unterdessen bewiesen, dass sie verstehen wie gelebte Friedenspolitik in allen Gefechtslagen aussieht. Kaum hatte die Fregatte Köln vor Somalia ein paar Piraten freigesetzt, da waren diese auch schon wieder auf freiem Fuß und nicht nur das:

Anschließend hätten sie ein Essenspaket mit Weißbrot, Käse und Wurst sowie mehrere Flaschen Wasser erhalten. Nahe der somalischen Küste seien die Piraten wieder von Bord gegangen. Dazu habe ihnen die Besatzung ein altes Marine-Schlauchboot mit Außenbordmotor überlassen.

Wer braucht angesichts solcher herzerwärmender Geschichten direkt von der Seekriegsfront doofe Clips die an „Ballerspiele“ erinnern? Natürlich muss auch die Bundeswehr Marketing betreiben, aber das sollte schon zeitgemäß ausfallen. Wie wäre es mit einem abendfüllenden Spielfilm (Arbeitstitel siehe Überschrift), der uns die Realität der Auslandseinsätze näher bringt?

Den Plot stelle ich mir ungefähr so vor: Der Alltagstrott eines offizierspatenten Vollweibs (Christine Neubauer), das an Bord der Fregatte Margot das Oberkommando über den Wellnessbereich führt, wird jäh unterbrochen, als die Besatzung vor der Küste Somalias ein paar schiffbrüchige Piraten rettet. Unsere Heldin wirft sogleich ein Auge auf den Piratenhäuptling (Roberto Blanco), der nicht nur wunderbar singen und tanzen kann, sondern trotz rauer Schale das Herz auf dem rechten Fleck hat. Sie erbittet sich von der Skipperin der Margot (Uschi Glas) ein Gummiboot, um mit ihrem Freibeuter in seine somalische Heimat zu tuckern und dort auf ihre hemdsärmelig-sympathische Art mit Bürgerkrieg, Hunger und fehlendem Umweltbewusstsein aufzuräumen. Wenn das erledigt ist gründen die Ex-Offizierin und der Ex-Pirat zusammen eine Familie und ein Tierheim unter Palmen im paradiesischen Mogadischu.

Realitätsnahes Marketing zur Prime-Time im Zwangsgebühren TV, das braucht die Bundeswehr! Wetten, dass nach der Ausstrahlung viele Briefe von kleinen Mädchen auf der Hardthöhe eingehen werden, die später was mit Tieren und Krieg machen wollen? Mission Accomplished!

Wencke_Myhre_Er_hat_ein_knallrotes_Gummiboot

About these ads