Nun also die Mindestlöhne. Die CDU räumt eine Position nach der anderen ab, die sie von SED/PDS/Linkspartei unterscheidet. Die FDP ist zusammen gefallen wie ein mißlungenes Soufflée. Bürgerliche Werte, marktwirtschaftliche Prinzipien, Recht und Gesetz, Verträge und Vereinbarungen, Wahlprogramme und -versprechen. Alles Makulatur. Wirklich alles.
Das Bürgertum hat keine Alternative. Es besteht nur noch die Wahl zwischen den originalen und den gewendeten Sozialdemokraten, die ihre Unfähigkeit schon in wechselnden Konstellationen unter Beweis gestellt haben. Sie setzen stets das eigene Fortkommen vor das Wohl des Volkes, das zu repräsentieren sie vorgeben. Den Trend setzt die Linkspartei, obwohl die stetig in der Wählergunst verliert.
Prägungen und Überzeugungen weiter Teile unserer Gesellschaft werden einfach ignoriert. Sie finden weder in der öffentlichen Meinung noch in der Politik ihren Niederschlag. Niemand tritt für ihre Überzeugungen an.
Beim Schielen nach den Wählern von Grünen und Sozialdemokraten gerät die eigene Stammklientel aus dem Blick. Dabei ist die Strategie völlig erfolglos, selbst wenn man die Demoskopie zu Rate zieht.
Denn der Christsozialismus steht so schlecht da, wie nie. Schon die letzte Bundestagswahl hat nicht die CDU gewonnen, sondern die FDP, die sich völlig unfähig zeigte, den Wahlsieg in Politik umzumünzen und das Parteiprogramm umzusetzen.
Die Umsetzung des FDP-Sparbuchs? Fehlanzeige. Ein einfaches, gerechtes Steuersystem. Nicht vorhanden. Deregulierung, Entschlackung des Staates. Gibt es nicht. Wie war das mit der Kopfpauschale? Ausgefallen.
Die Übernahme des Parteivorsitzes durch Rössler: Totalausfall. Hat irgendjemand was von der “Programmdebatte” gehört? Ich auch nicht.
Der erste, der begreift, dass in Deutschland die meisten Leute mit politischer und wirtschaftlicher Vernunft geschlagen sind und angesichts der Pirouetten schon Beulen da haben, wo sie sich ständig an den Kopf schlagen, dieser erste darf sich über ein phänomenales Wahlergebnis freuen. Soviel ist gewiss.






14 comments
Comments feed for this article
31. October 2011 at 10:37
goyamonster
Und was machen wir dagegen? Ich glaube nicht dass sich viele von den Hohlköppen in unsere kleine Blogosphäre verirren…
Es stimmt schon, die Prinzipienlosigkeit dieser Elite ist ziemlich erschreckend, aber letztlich kriegen die auch jeden morgen von ihrem Assi nur den täglichen SPON/SZ/Welt-Quatsch vorgesetzt. Da seh ich den eigentlichen Kern des Problems, in der veröffentlichen Meinung durch den gängigen linksliberalen Journalisten/Künstler/Intellektuellen. Aber für nen eigenen Marsch unsererseits durch die Institutionen in die Redaktionsstuben etc. fehlen uns glaub ich das Personal und vor allem die Zeit.
Also was tun? Vielleicht 620 Knechtschaft-Ausgaben von Hayek an den Bundestag schicken, und die Leute erst wieder rauslassen, nachdem sie einen schriftlichen Test bestanden haben?
31. October 2011 at 10:49
O.T.
Ich frage mich immer wieder: Wie kann das sein?
Ihr schreibt in Blogs, in denen meist nur Richtiges steht.
Seid ihr totale Nerds? Würde sich die Öffentlichkeit mit Grausen vor eurem Aussehen abwenden?
Warum vertritt keiner von Euch seine Ansichten vor den Kameras?
Warum gründet keiner von Euch eine neue Partei? (So schlecht werden Politiker auch nicht bezahlt).
31. October 2011 at 11:20
Adrian
Politiker werden nicht bezahlt. Sie leben vom Geld anderer Menschen.
31. October 2011 at 14:29
R.A.
> So schlecht werden Politiker auch nicht bezahlt
Das kommt auf die Referenz an.
Wenn man sich die Biographien vieler Politiker so anschaut ist klar: Im normalen Leben würden die fast nichts verdienen können, die werden als Politiker wunderbar bezahlt.
Wenn man dagegen qualifiziert ist und einen guten Beruf hat, dann ist die Bezahlung (in Relation zu Jobsicherheit und Arbeitszeit) eher mäßig.
31. October 2011 at 15:56
euckenserbe
Schon Otto Graf Lambsdorff sagte: “Das Parlament ist mal voller und mal leerer, aber immer voller Lehrer”. Und die verdienen in ihrem angestammten Beruf weniger als ein leitender Angestellter oder Rechtsanwalt.
31. October 2011 at 16:29
Alreech
Große Teile des Bürgertums geht es doch wunderbar, für was brauchen sie Alternativen ?
Der Nachwuchs kann später mal auf Staatskosten studieren.
Es gibt massig Jobs in der öffentlichen Verwaltung, in den Medien, im Wissenschaftsbetrieb und in der Wirtschaft die gut bezahlt sind.
Das einzige was sich das Bürgertum als Alternative wünscht ist das der Staat ihre Privilegien garantiert, und alles so bleibt wie es ist.
31. October 2011 at 16:37
Rayson
Und hier sind die Zahlen dazu:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/transferleistungen-unserer-mittelschicht-geht-es-praechtig-1627083.html
31. October 2011 at 18:00
euckenserbe
Die unterschlagen mal fröhlich die Arbeitgeberbeiträge, die auch von der Mittelschicht getragen werden. 50% des Transfers, der angegeben wird, besteht aus Renten- und Pensionszahlungen. Ob die in unserer Generation noch fällig werden, wage ich zu bezweifeln.
31. October 2011 at 19:07
goyamonster
“…das alles so bleibt wie es ist.”
Mir scheint, das “alles wie es ist” ist im moment ziemlichen Zersetzungskräften ausgesetzt. Kann ja nachvollziehen dass es bequem ist sich darin schön einzurichten, aber meint ihr wirklich dass das so noch lange gut geht? Irgendwann muss die Seifenblase platzen
31. October 2011 at 20:32
Alreech
nun momentan wird ja auch heftigst dagegen von den Kindern des Bürgertums protestiert.
Als es noch besser um die eigenen Privilegien stand gab es solch Proteste nicht.
Niemand hat sich dran gestört das ein Handwerker oder Arbeiter für seinen Meisterkurs sparen oder einen Kredit aufnehmen muß.
Seitdem die Ausbildung zum Arzt, Juristen oder Architekten allerdings Studiengebühren kostet wird dagegen protestiert das “Bildung keine Ware sein darf”.
Als es noch die gute alte Sozialhilfe gab um man für jedes bisschen beim Amt betteln musste, ja man nicht mal eine Krankenkasse hatte und deswegen seine Krankheitsgeschichte auf dem Sozialamt ausbreiten durfte – da hat sich niemand dran gestört.
Als man dann aber durch die Einführung von Hartz IV selber mit der Chance konfrontiert wurde nach einem Jahr der Arbeitslosigkeit nicht von Arbeitslosenhilfe sondern von Sozialhilfe leben zu müssen wurde auf einmal wieder die Lieben zu den ärmsten der Armen entdeckt….
Was allerdings passiert wenn die Seifenblase wirklich platzt möchte ich mir nicht ausmalen.
Ein neuer Faschismus ?
31. October 2011 at 16:46
euckenserbe
Große Teile des Bürgertums zahlen 40% Steuern, 20% Sozialversicherung, ihnen wird das Eigentum von 20% durch die Arbeitgeberebeiträge entzogen. Schlagen sie sich als GmbH – Geschäftsführer rum, stehen sie stets mit einem Bein im Gefängnis und müssen ständig ihren Steuerberater fragen, ob sie diesen oder jenen Deal abschliessen dürfen.
Die jenigen Bürger, von denen Du sprichst, wählen Grün und sind beamtet.
31. October 2011 at 18:41
Alreech
Um genau zu sein wählen sie Rot-Grün und sind verbeamtet – oder in einem ähnlichen Beschäftigungsverhältnis .
Gegenüber dieser Gruppe des Bürgertums sind die kleinen Unternehmer, Handwerker, ect… inzwischen irrelevant.
31. October 2011 at 20:58
christianhannover
vielleicht ist es viel eher das “zukünftige bürgertum”, das nun ohne politische vetretung dasteht. die fortschreitende zementierung des linksorientierten status quo blockiert doch jede möglichkeit eines “gesellschaftlichen aufstiegs”. es ist kein wunder, dass es in deutschland weder tellerwäscher-zum-millionär- noch garagen-werkstatt-zum-weltunternehmen-geschichten gibt. jeder hat sich gut in seiner nische eingerichtet, so funktioniert stillstand.
31. October 2011 at 22:47
euckenserbe
Die paar linken Sektierer sollte man nicht überbewerten. Es sammeln sich mehr bürgerliche hinter der Standarte des örtlichen Schützenvereins als hinter den wechselnden linken Fähnchen.