Wer sich wundert, warum ich mich hier mit grenzdebilen Holocaust-Leugnern und Antisemiten beschäftige, statt einen weiteren der unendlichen Posts zur “Euro-Rettung” abzusondern, kommt jetzt doch noch zu seinem Recht. Doch das ist kein Grund zur Freude. Denn das Kind wurde von den Währungshütern der EZB schon letztes Jahr eigenhändig in den Brunnen geworfen, als sie anfingen, Staatsanleihen von Krisenstaaten zu kaufen. Und sollte sich – um im Bilde zu bleiben – neuer Nachwuchs einstellen, wirft sie den gleich hinterher.

Denn der “EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy”, der aus dem nicht so laut genannten aber ebenfalls bedrohten Belgien stammt, hat die vermeintliche Unabhängigkeit der EZB laut NZZ pervertiert:

“Wenn sich der amitierende oder künftige EZB-Präsident dafür entschieden, bis zur Etablierung eines permanenten Krisenmechanismus weiterhin Staatsanleihen von Wackelkandidaten zu kaufen, sei dies “ihre Entscheidung”.

Dabei verbieten die Europäischen Verträge der wohl richtig European Central Bad Bank genannten Institution den Ankauf von Staatsanleihen. Mittlerweile hat sie rund 150 Mrd. davon in den Büchern. Ob das der “Nominalwert” ist oder der Kurswert weiß keiner. Auch unbekannt ist, zu welchem Kurs die Anleihen von der EZB angekauft worden sind und zu welchem sie in der Bilanz bewertet sind.

Damit das Dilemma nicht offensichtlich ist, beteiligt sich die EZB nicht am “haircut”. Das spricht dafür, dass sie die griechischen Anleihen weder zum Marktwert von 50% des Nominalwertes gekauft hat. Noch, dass sie sie zu diesem Wert in der Bilanz führt. Denn sonst hätte sie sich problemlos beteiligen können, da nicht einmal ein Buchverlust gedroht hätte.

Der droht auch nicht mal den anderen Banken. Zwar ergibt sich aus den Medien ein differenziertes Bild, das keinen Schluss darauf zulässt,  zu welchem Wert die griechischen Staatsanleihen in den Büchern stehen.  Wenn die Banken aber verpflichtet werden zum “Nominalwert” zu entschulden, dann hat man ihnen eine goldene Brücke gebaut. Denn in den Büchern sind mindestens schon 21% davon abgeschrieben. Weitere 29% werden nur dann fällig, wenn sie nicht schon an den Marktwert angepasst sind, wozu die Banken eigentlich verpflichtet sind.

Im Gegenzug werden für 50 Mrd. € neue Anleihen gekauft, die mit einer EU-Garantie in Höhe von 30 Mrd. € garantiert werden. Damit tauscht man eine Luftbuchung gegen mehr Sicherheit.

Deshalb stimmen die ganzen Zahlen auch von vorne bis hinten nicht.  Angeblich sollen die Staatsschulden um 100 Mrd. € halbiert werden.  Gleichzeitig gibt es noch ein Paket über mehr als 100 Mrd. €. Und die Altschulden im Jahr 2011 betragen 365,64 Mrd. € zum Jahresende.

Die Hälfte davon macht aber ca. 185 Mrd. € aus, also rund 85 Mrd. € mehr als die vermeintliche Hälfte. Die Schulden sinken also nur auf rund 265 Mrd. €. Sicher ist dagegen, dass das Ganze vor anderthalb Jahren billiger gewesen wäre: Da betrugen die griechischen Staatsschulden noch rund 328 Mrd. €, satte 37,64 Mrd € weniger. Mit dem Schuldenschnitt fällt Griechenland zunächst auf das Jahr 2007 zurück. Addiert man das neue Hilfsprogramm, das 100 Mrd. € umfasst, bleibt einfach alles beim Alten.

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