Dieser ehrenvollen Aufgabe hat sich eine immerhin fast 300 Personen große “Gruppe” bei Facebook. Da denkt man, gibt es noch einiges zu erforschen. Als ich etwa vor knapp 2 Jahren in Yad Vaschem war, habe ich vieles erfahren, was ich vorher an Details nicht wusste. Doch unter dem Deckmantel der Pseudowissenschaft verbreiten sich einige, die die historischen Grausamkeiten der Ermordung von sechs Millionen scheinbar in Zweifel ziehen, in Wahrheit aber durch “kritische Befragung” leugnen. 

Eine weitere Technik der herrschenden Protagonisten besteht darin, die Verbrechen der Nazis durch Vergleiche zu relativieren. Schließlich hätten auch die Russen Verbrechen am deutschen Volk begangen und die rote Armee Völkerrecht gebrochen.

Doch die von der jüdischen Lobby gesteuerte Siegerjustiz habe all das unter den Teppich gekehrt. Gewürzt wird das Ganze mit einer ordentlichen Prise “Antizionismus”. So ist etwa von einem Krankenhaus in Tel Aviv die Rede, wo tote Palästinenser gezielt zum Zwecke des Organhandels “ausgehöhlt” wurden und Haut und Knochen im Anschluss an die Familien übergeben wurden.

Ich habe nach einem Vortrag von Prof. Habermann bei der Hayek-Gesellschaft ausdrücklich die stalinistischen Greuel des Gulags herausgestellt und kann auch mit dem Beispiel dienen, dass mein heute 87-jähriger Vater mir eindrucksvoll genug die Leiden seiner vierjährigen völkerrechtswidrigen Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion beschrieben hat. Er zog mit 17 in den Krieg und auch die Jahre als Soldat waren furchtbar und grausam. Dass man das britische Bombardement auf Dresden kritisch sehen kann, wissen selbst die Engländer und nur weil die Deutschen zuerst Coventry angegriffen haben, war der Bombenkrieg keine Ruhmestat. Auch die Vertreibung der deutschen aus den früheren Ostgebieten kann – wenn auch jahrzehntelange europaweite Praxis – keine humanistische Ruhmestat.

Aber all das relativiert doch nicht die Schuld, einen Krieg angezettelt zu haben, der einen ganzen Kontinent in Elend und Verderben stürzte. Und er macht die Verbrechen, die an mindestens sechs Millionen Menschen begangen wurden, nur weil sie “Juden” waren, weder besser noch gar ungeschehen.

Ob das Strafrecht das richtige Instrument gegen solche Wahrheitsleugner ist, habe ich immer bezweifelt. Betrachtet man aber die perfiden Methoden der “Holocaust-Forscher”, die nur scheinbar in Zweifel ziehen, was unstreitig ist und sich des Beweises ihrer Behauptung durch den Wechsel in die “Opferrolle” entziehen, so scheint es mir gar nicht so falsch, die Leugnung einer unangenehmen Wahrheit unter Strafe zu stellen.

 

 

 

 

 

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