Was allenthalben diffamiert wird, ist in einer arbeitsteiligen Weltwirtschaft nämlich dringend geboten: Die Verteilung des Risikos auf verschiedene Schultern. Der Spekulant braucht dabei natürlich Augenmaß, um nicht zum Hasardeur zu werden. Und kann nicht nur auf eine Karte setzen. Dafür braucht er mehr Finanzprodukte und Anlageklassen, um das Risiko abzufedern, das er anderen gerade abgenommen hatte. Ein klassisches Instrument dazu ist übrigens der “Hedge-Fonds”.
Für die Armen dieser Welt sind steigende Lebensmittelpreise eine Hoffnung. Die meisten von ihnen sind nämlich nicht nur Verbraucher sondern gleichzeitig Erzeuger. Für sie bedeuten höhere Preise mehr Ertrag. Und mehr Ertrag macht es lohnend, mehr zu produzieren. Dafür muss man die Produktivität steigern und Maschinen und Düngemittel einsetzen. Dadurch steigt das Angebot. Und wenn das Angebot steigt, bekommen mehr Menschen zu essen.
Und diejenigen, die nicht in der Landwirtschaft ihr Auskommen haben, profitieren auch von höheren Preisen. Wenn die Landwirte sich mehr leisten können, brauchen sie Dienstleister, Händler und Unternehmen, die ihnen die Waren anbieten können, die sie wünschen.
Sind die Preise zu tief, besteht nicht nur kein Anreiz, nichts herzustellen. Sondern die Gefahr, dass Nahrungsmittel vernichtet werden, weil der Bauer nicht erwarten kann, wenigstens die Transportkosten zu erlösen.
Bleiben die Preise niedrig, bleiben die Bauern arm.






4 comments
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25. October 2011 at 11:18
jak
Sorry, aber das ist Logik aus der untersten Schublade – und es ist schlichtweg falsch, was Sie schreiben. Denken Sie nur einmal an Ihren eigenen tragischen Alltag und es werden Ihnen genügend Beispiele selbst einfallen, die Ihren Unsinn hier wiederlegen.
25. October 2011 at 11:31
euckenserbe
Als Freunde der offenen Gesellschaft sind wir hier dem kritischen Rationalismus verpflichtet. Wir diskutieren auch gerne mit Andersdenkenden, an die wir aber den selben Anspruch richten wie an uns selbst: Eine Aussage so zu formulieren, dass sie falsch sein kann. Das scheint mir bei Ihrem Kommentar nicht der Fall zu sein.
Schauen Sie sich das Video an, dafür ist es eingestellt. Es belegt eindrucksvoll, wie fatal – und das meine ich wirklich – niedrige Lebensmittelpreise wirken. Ein weiteres ist das berühmte Beispiel der EU-Exportsubventionen. Hier wird die Ausfuhr bereits subventioniertes Geflügeln nochmals subventioniert. In Ghana haben die so fallenden Preise die bestehende einheimische Geflügelindustrie in den Bankrott getrieben.
Die Dinge sind leider doch nicht immer so offensichtlich, wie sie scheinen. Ich freue mich auf fundierte Erwiderungen.
26. October 2011 at 02:08
Jaquento
Die Frage ist doch, wieviel von der Preistreiberei tatsächlich am Erzeuger ankommt, und wieviel bei den Zwischenhändlern versickert.
26. October 2011 at 08:27
euckenserbe
Wie der Spekulant würde der Zwischenhändler aufgrund der Knappheit das Risiko übernehmen, was dem Erzeuger eine Prämie wert wäre. In weiten Teilen Afrikas und den armen Teilen Asiens gibt es aber weder Spekulanten noch Zwischenhändler. Da bringt der Bauer das Erzeugte selber zum Markt. Wenn er das mit einem Fahrrad tun kann, ist schon doppelt so produktiv wie sein Nachbar.