In Dänemark gibt es jetzt eine Fett-Steuer, die mit dem Argument eingeführt wurde, dass sich die Bürger doch bitte gesünder ernähren sollen. In der morgigen Ausgabe der “Sonntaz” ist dieses Thema der Streit der Woche. Noch bevor die “Sonntaz” im Handel ist, darf vermutet werden, dass in den Beiträgen zu diesem Thema eine Frage fehlt: Was geht es den Staat an, wie sich die Bürger ernähren? Achja, ein staatliches Gesundheitssystem. Wäre es dann nicht sinnvoller, sofort eine grundsätzliche Ernährungssteuer zu erheben, damit der Verbraucher bei jedem Einkauf wirklich aufpassen muss, was er in den Einkaufswagen legt?

Wenn der Liter Milch 5 Euro kostet, geht man gleich ganz anders mit seinem Glas Milch um und lernt endlich wieder das Lebensmittel an sich zu schätzen – so wie es zum Beispiel die Slow-Food-”Bewegung” fordert. Auch der ewige Makel, dass die Deutschen weniger Geld für Lebensmittel ausgeben als die Franzosen, wäre damit endlich beseitigt. Von der Ernährungssteuer sollten nur Biobauern befreit werden, deren Produkte sind der Gesundheit bekanntlich nur in seltenen Fällen von Ehec-Viren abträglich. Der Staat sollte außerdem Lebensmittelkonzerne zerschlagen, um das Fertigessen-Geschäft von der Produktion guter Lebensmitteln abzuspalten. Einheitliche optisch neutrale Verpackungen und Warnhinweise wie auf Zigarettenschachteln sind auch gute Möglichkeiten, um den Bürger von all den Tiefkühlpizzen und Fertigsoßen fernzuhalten. Noch praktischer wären allerdings Bezugsscheine, die den Bürger nach einem von Amtsärzten festgelegten Ernährungsplan nur mit der richtigen Menge der angemessenen Lebensmittel versorgen. Dafür müsste dann natürlich ein Ernährungsministerium geschaffen werden, aber zumindest in Deutschland sollte das kein Problem sein, das Land blickt schließlich auf eine breite Palette von Erfahrungen mit der geschickten Rationierung und Zuteilung von Lebensmitteln zurück. Der Lebensmittelmarkt wird dann so reguliert, dass die Nahrungswirtschaft endlich so arbeitet, dass der Verbraucher geschützt wird. Deutschland könnte mal wieder ein Vorbild für die Welt sein.

Danach macht das Essen an sich natürlich keinen Spaß mehr, aber wenigstens sind dann alle so gesund, wie es die Regierung für nötig hält.

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