Ach, wenn sie doch immer so drauf wären, aber sie sind nur säkular, wenn der alte Mann aus Rom kommt, dessen Armee aus ein paar Schweizern besteht, die zwar kämpfen können, aber froh sind, wenn sie nur im buntem Putz auf den Mann aufpassen und seine bescheidene Hütte bewachen müssen. Bei den anderen sind sie da schon toleranter, bei den Handabhackern, den Schwule-Lynchern, den kleine Mädchen-Verätzern oder auch Juden-Köpfern. Da schweigt das Pack dann doch lieber, weil gerade in Berlin immer mit Sympathisanten dieser Religion des Friedens gerechnet werden muss, die nicht die andere Wange hinhalten, sondern mit einem gepflegten Roundhouse-Kick auf den Versuch einer theologischen Diskussion reagieren könnten. Aber es ist ja nur der Papst und der lächelt vor allem, winkt und spricht immerzu von Liebe, Frieden und manchmal sogar auf Latein, das man auf der Gesamtschule doch so bequem abwählen konnte. So eine Witzfigur lädt all die Pfeifen, die sich sonst in das Fahrtwasser der Gewalt oder des linken Zeitgeistes stellen, doch geradezu zum Protest ein.
Sonst sehen diese Kreise das nicht so eng mit der Vermischung von Staat und Kirche. Die Grünen zum Beispiel, die haben in ihren Reihen Frau Göring-Eckart, die stellvertretende Vorsitzende des Bundestags und Vorsitzende der Synode der EKD, also des Kirchenparlaments, in einer Person ist. Da ist es aber nicht so schlimm, weil die EKD Frau Käßmann hat und damit der religiöse Arm aller Roten und Grünen ist.
Solange die katholische Kirche ein freiwilliger Verein ist, ist sie mir egal. Solange der Papst keinen neuen Torquemada anstellt, kann er denken und behaupten was er will – niemand wird gezwungen, das Gleiche zu tun. Und solange in Rom keine Menschen an Baukränen erhängt werden, spare ich meine Energie, um mich über Achmadinejad und seine Ayatollah-Kumpels zu ärgern. Das macht den Berufsprotestlern aber weniger Spaß, denn der Oberperser mit dem falschen Grinsen steht ihnen näher als jeder greise Kirchenfürst.
PS: Frau Ferner von der SPD gehört übrigens zu jenen besonders mutigen Widerstandskämpfern und bleibt der Papst-Rede auch fern. Gut für den Papst: Der Anblick der versammelten Zuhörer kann durch diesen Umstand nur gewinnen.






14 comments
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22. September 2011 at 16:57
Jaquento
“Solange die katholische Kirche ein freiwilliger Verein ist…”
der mit Steuergelder subventioniert wird nicht zu vergessen.
22. September 2011 at 20:37
Carl M.
= der mit Steuergelder subventioniert wird nicht zu vergessen. =
Nö, der Staat zieht sie nur solange ein, wie man es zulässt (im Gegensatz zu allen anderen Zwangssteuern).
Wer also weiter zahlt, der tut es freiwillig (oder ist nur zu faul, ein Austrittsformular zu unterschreiben).
Gehe aber davon aus, dass gläubige Katholiken gerne diesen Mitgliedsbeitrag zahlen (ein Golfclub ist übrigens viel teurer
24. September 2011 at 19:56
Jaquento
Dann bilde ich mir die ganzen Verträge die noch auf die Sekularisierung zurück gehen ein? Oder das die RKK Funktionäre in Bayern von der RKK bezahlt werden? Von Steuern wohlgemerkt?
24. September 2011 at 22:58
Carl M.
Sie verwechlen da was, der Mitgliedbeitrag per Steuereinzug ist das eine (dem kann sich jeder entziehen). Das andere ist so säkular wie die die Unterstützung der Arbeiterwohlfahrt (SPD) in ihrer Arbeit durch Steuergelder. Das Füllhorn des Staates bedientt alle, die sich in der Sozialindustrie tummeln. Und dazu gehören unter anderem auch Einrichtingen der Kirchen (Schulen, Kitas etc.)
22. September 2011 at 18:13
Milfweed
ich hab nix gegen diese Demonstrationen
___
Solange die katholische Kirche ein freiwilliger Verein ist, ist sie mir egal.
___
Man kann sie wegen ihrer Ansichten und Aussagen trotzdem verachten. Was sie sagt, das tun einige ja auch praktizieren. Mit durchaus verheerenden Folgen für Kinder. Für die ist das nicht freiwillig.
Von Afrika mal ganz zu schweigen.
Dass die Linken Witzfiguren sind, spielt für mich hierbei keine Rolle.
Dann sind halt alle Witzfiguren, der Papst eine ganz Besondere und von seinem Lächeln und Winken lasse ich mich nicht beirren.
23. September 2011 at 23:27
Peter
Eine Kirch hat nur mal ihre Dogmen.Soll der Papst für Abtreibung plädieren nur weil das in manchen Kreisen so in ist? Kreise die sonst gegen die Amerikaner schimpfen weil sie die Todesstrafe haben.Die katholische Kirche gibt es schon 2000 Jahre eben weil sie nicht irgendwelchen Modeerscheinungen hinterhergelaufen ist wie die evangelische Kirche die nicht mehr viel mit Glaube zu tun hat.Man kann doch von einen Papst nicht verlagen für die Scheidung zu sein,für gleichgeschlechtliche Ehen das geht einfach nicht.Dann würde die Kirche zu Grunde gehen.Die Kirch hat einen Wertekanon und muß sich daran halten und für uns Menschen naja wir Katholiken glauben doch sowieso dass wir alle schwache Sünder sind und uns vergeben wird wenn wir (aufrichtig) bereuen.Wie gesagt es ist freiwillig es ist eine Glaubensache.
24. September 2011 at 20:01
Milfweed
—
Soll der Papst für Abtreibung plädieren nur weil das in manchen Kreisen so in ist? Kreise die sonst gegen die Amerikaner schimpfen weil sie die Todesstrafe haben.
—
Um darauf einzugehen, so müsste ich wohl die Abtreibung mit der Todesstrafe gleichsetzen.
Ich habe vom Papst gar nichts verlangt. Er soll so bleiben wie er ist. Da gibt es auch nichts zu reformieren. Wozu auch?
24. September 2011 at 15:11
Rika
Die verheerenden Folgen für Kinder der apo-kinderläden wird leider von der presse gar nicht gerne publiziert, die odenwaldschule der freigeister und reformpädagogik tuscht munter überihre pädophilen mitglieder hinweg, und alle anderen kinderschänder leben ganz gut im schatten der vorwürfe gegen die kirche. so eine verlogene moral findet man selten!!!
in afrika sind es zumeist christen (katholen wie evangelen), die die beschwernisse der hilfsleitungen unter wenig angenehmen bedingungen auf sich nehmen, krankenstationen in schlecht zugänglichen gebieten betreuen, schulen bauen und frauen ermutigen, sich gegen zwangsweise verstümmelung ihrer genitalien zu wehren.
niemand wird gezwungen, dem glauben des papstes oder seiner kirche zu folgen.
den papst als witzfigur zu bezeichnen finde ich allerdings absolut an der realität vorbei geschmäht. ich möchte die 84-jährige milfweed mal erleben, die ein ähnlich anspruchsvolles programm absolvieren müsste, wie der 84-jährige papst heute, auf hohem niveau über staat und gesellschaft redet, vor tausenden von erwartungsvollen menschen gottesdienste feiert und immer wieder (rein verbal) von leuten angepinkelt wird, die ihm nicht das wasser reichen können, in gar keiner weise oder beziehung!!!
24. September 2011 at 20:29
Milfweed
Der Papst ist für mich nichts weiter als ein Geschäftsführer eines riesengroßen Vereins. Begeht der Verein Rechtsbruch, so muss er sich verteidigen.
Es gibt für mich keinen religiösen Anstrich, das ihn vor meinen Aussagen oder seinen Taten selbst schützt. Soviel erstmal zu meinen Mindset zum Papst, damit kein Missverständnis auftaucht.
Zur Rede. Ja, natürlich war sie geistreicher als die eines jeden Politikers. Das ist auch nicht schwer. Auch war sie reichlich offen für Interpretation, was man ja in den Feuilletons verschiedener Zeitungen bemerkt.
Seine Philosophie bleibt trotzdem eine Theologie, die mit reichlich Widersprüchen “gesegnet” ist. Das lehne ich ab. In der Realität wird man bei so einer Leistung leider als Witzfigur bezeichnet. Warum den Papst anders behandeln?
Ich erkenne durchaus an, dass sie versuchen, auch in seiner Rede bemerkbar, mehr auf die reale Welt einzugehen. Das Ziel ist wohl letzen Endes, Glaube und die Welt der Wissenschaften zu vereinen. Man will sich nicht mehr vom Weltlichen zu sehr abschotten, schließlich will man über alles Macht haben und nicht nur über den “freiwilligen” Gläubigen.
So oder so bleiben meine Vorbehalte.
Bei einigen netten Menschen und zugleich Christen habe ich das Gefühl, dass weil sie nett sind brauchen sie noch den Anstrich des Christentums, und es gefällt ihn so gar nicht, wenn man sich über ihre Religion lustig macht, anstatt zu erkennen, dass Werte auch ohne Religion Bestand haben.
25. September 2011 at 14:37
Rika
Dass Werte ohne Religion Bestand haben, das allerdings wage ich ganz entschieden zu bezweifeln…
Der Mensch, der sich selbst als oberste Instanz seines Handels setzt (und nichts anderes als “oberste Instanz” zu sein, bedeuten Werte), erliegt der Hybris seines eigenen Denkens. Beispiele aus der ältesten bis jüngsten Geschichte gibt es genug!
Der Glaube an ein höheres Wesen, das wir Christen GOTT, JESUS, HEILIGER GEIST nennen, führt mich immer wieder auf die eigenen Unzulänglichkeiten zurück und verhindert die Anmaßung, alle Dinge in der Hand zu haben, ob ethisch–moralische Ansichten oder tatkräfige Werke, wie Bahnhöfe oder Flugzeuge, Autos oder die Herstellung von Lebensmitteln, um mal ganz profan zu bleiben.
Sicher sieht der Papst das genauso, nicht umsonst bitten wir im Vaterunser um die Vergebung der Sünden.
Man kann sich gerne über mich lustig machen, die ich einer Religion angehöre – ich bin übrigens nicht katholisch!, aber für Christen ist es schon sehr schmerzlich, wenn Leute sich über Gott lustig machen oder über die Inhalte des Glauben an sich.
Es steht schon in der Bibel, dass die Nachfolge Jesu den anderen Menschen ein Ärgernis ist… nur war es meinem Empfinden nach noch nie so ausgeprägt, wie in dieser Zeit meines Lebens. Ich werde demnächst 62!
22. September 2011 at 20:30
Alreech
eben, man kann sie wegen ihrer Ansichten und Aussagen trotzdem verachten.
Es ist z.B. bekannt das die Neger gerne schnackseln und eh nicht treu sein können. Von diesen Menschen zu erwarten das sie auf Ehebruch verzichten ist unrealistisch.
Und was die Abtreibung angeht, so sind die meisten Frauen die Abtreiben Flittchen bei denen es besser ist, wenn sie keine Kinder in die Welt setzen.
Mit diesen Aussagen und Ansichten bin ich sicher viel aufgeklärter als all die Katholiken
22. September 2011 at 21:55
Milfweed
Nein bist du nicht.
Meine Antireligiösität hat mit deinen albernen Punkten überhaupt nichts zu tun.
23. September 2011 at 00:10
Alreech
Du wirst aber trotz deiner Antireligösität trotzdem eine Meinung zum Thema Abtreibung und Promiskuität haben.
Bist Du dir sicher, das die viel besser – für die Kinder – sind als das was die katholische Kirche propagiert ?
Wenn man sich die weltweiten Geburtenraten ansieht, stechen die Länder mit überwiegend Katholischer Bevölkerung nicht gerade heraus:
http://en.wikipedia.org/wiki/File:Countriesbyfertilityrate.svg
http://en.wikipedia.org/wiki/File:Catholic_Majority_Countries.PNG
26. September 2011 at 12:00
Adrian
@ Rika
“Dass Werte ohne Religion Bestand haben, das allerdings wage ich ganz entschieden zu bezweifeln…”
Und welche Werte sind gemeint? Nur weil etwas religiöse Werte sind, sind diese noch lange nicht moralisch oder sollten Bestand haben und unhinterfragt bleiben.
“Der Glaube an ein höheres Wesen, das wir Christen GOTT, JESUS, HEILIGER GEIST nennen, führt mich immer wieder auf die eigenen Unzulänglichkeiten zurück”
Nur wenn der Glaube beinhaltet, dass der Mensch eben unzulänglich ist. Dass er es nicht ist, beweist einem übrigens auch die Realität.
“Der Mensch, der sich selbst als oberste Instanz seines Handels setzt (und nichts anderes als “oberste Instanz” zu sein, bedeuten Werte), erliegt der Hybris seines eigenen Denkens.”
Jeder Mensch glaubt an irgendwas. Wichtig ist, was man glaubt und nicht, ob es eine höhere Instanz gibt oder nicht. Ich halte es für äußerst wichtig, dass man auch Gott hinterfragt. Denn nur weil Gott Gott und damit allmächtig ist, macht ihn das noch nicht zu einem guten Wesen. Auch Gott muss sich meinen Respekt erst durch seine Ansichten verdienen.
“Beispiele aus der ältesten bis jüngsten Geschichte gibt es genug!”
Es gibt auch genügend Beispiele, wohin der Glaube um des Glaubens willen führen kann, ohne zu hinterfragen, wofür der Glaube eigentlich steht.
Was mich wieder zum Kern führt: Wichtig ist nicht, ob man glaubt, sondern was man glaubt.