Richard Sulik: Wir Slowaken hatten 40 Jahre lang die Sowjetunion mit ihrer sozialistischen Planwirtschaft am Hals. Setzen sich die Befürworter einer europäischen Wirtschaftsregierung durch, können wir als Land nicht einmal mehr über die Steuergesetze selbstständig entscheiden. Das wollen wir nicht. Davon war keine Rede, als wir der Euro-Zone beitraten. Ich erinnere mich sehr gut, welche Regeln galten: Schuldengrenzen, das Bail-out-Verbot nach Artikel 125 des Lissabon-Vertrags, ein Verbot für die Europäische Zentralbank, Staatsanleihen aufzukaufen. Das alles gilt nicht mehr – und ich frage, warum. Solide Gesellschaften halten ihre Regeln ein.

so der slowakische Parlamentspräsident im Welt-Interview, der
ankündigt, dass seine Partei dem Krisenmechanismus die Zustimmung verweigert. Dann wäre er gescheitert.  Ganz ohne Verfassungsgericht.

Suliks ungeschminktes Interview in der Welt zeigt, was Kohl mit Kompass meinte. Sich an Regeln halten, wenn der Fall, für den sie gemacht sind, eintritt. Prinzipien vertreten, wenn die Gefahr besteht, dass sie missachtet werden. Sich an Gesetze und Verträge halten.

Die Herausforderung jeder Zeit ist es, hinterher die Dinge zu tun, die man vorher gesagt hat.

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