Schon der erste Satz in Lisa Casparis Kommentar über Bilkay Öney macht deutlich, wie die Bionade-Burgeoisie „ihre“ Migranten gerne hat: Öney hätte „das Zeug gehabt, zur einer richtigen Vorzeigefrau der grün-roten Landesregierung in Baden-Württemberg“ zu werden ätzt das Leitmedium des deutschen Bürgertums, doch dann entpuppte sich die neue Integrationsministerin als kolossaler Fehlgriff:

Denn Öney weiß nicht nur, was sie will. Sie sagt auch, was sie denkt.

Das, liebe Frau Öney, war so nicht abgemacht. Migranten sind dafür da, als Posterboys und -girls für die linksrotgrünen Polit-Eliten zu werben und ansonsten den Mund zu halten. Kontroverse Äußerungen, zumal wenn sie den Aufgabenbereich des eigenen Ministeriums berühren, sind hingegen tunlichst zu vermeiden.

Für deutschstämmige Politiker gelten so strenge Regeln selbstverständlich nicht. Bei Kretschmann, der sich schon ein paar Mal verbal in die Nesseln gesetzt hat, wisse man schließlich, dass er „seriös“ sei. Der ist ja auch unschwer als echter Schwob zu erkennen, Öney hingegen kam als fremdländische Gastarbeiterin in Ländle und ist als solche offenbar von Natur aus zwielichtig.

Was hatte Öney überhaupt gesagt? Jungen Straftätern in Berlin hatte sie deutlich gemacht, dass sie in der Türkei von der Polizei „gefickt“ worden wären. Oder, um es so auszudrücken, dass es auch die feingeistigen Elfenbeinturmbewohner aus Multikulti-Land verstehen: Seid froh, dass Deutschland ein Rechtsstaat ist. Caspari hingegen unterstellt Öney, sie wolle eine Polizei wie in der Türkei.

Des Weiteren bemängelte Öney den hohen Fernsehkonsum ihre Landsleute, was durch wissenschaftliche Untersuchungen gestützt wird, also keineswegs „unqualifiziert“ daher geredet ist, wie Caspari insinuiert. Es ist schon erstaunlich, dass sich ausgerechnet unsere Bildungslinken so darüber empören können, obwohl der verderbliche Einfluss Hollywoods auf sensible Kinderseelen in diesen Kreisen sonst Konsens ist. Die nationalistische, antisemitische und antiwestliche Propaganda, die oft genug über türkische Fernsehschirme flimmert, wird da offenbar lockerer bewertet.

Öney sind Blätter vor dem Mund fremd und sie fand auch nichts dabei, dem türkischen Botschafter in Sachen Visumspflicht mitzuteilen, dass „mehr Türken“ nicht unbedingt einen positiven Effekt auf unsere Gesellschaft haben. Tatsächlich ist Öney nicht der einzige Mensch mit türkischen Wurzeln der so denkt. Viele, deren Eltern auf der Suche nach einem freieren Leben oder gar auf der Flucht vor politischer Verfolgung nach Deutschland gekommen sind, beobachten mit Sorge, wie sich hinterwäldlerische Nationalisten und Islamisten Familienzuwachs aus dem tiefsten Anatolien importieren. Dank politisch korrekter Qualitätsjournalisten wie Caspari erfährt der durchschnittliche Biodeutsche von solchen Konfliktlinien in der Regel herzlich wenig.

Das einzige was mit Öney nicht stimmt ist ihr Job: In Baden-Württemberg gibt es so gut wie keine Integrationsprobleme, da die meisten Migranten dort bald Arbeit in der Industrie fanden und sich alles weitere von selbst ergab. Probleme mit radikal gesinnten und traditionsverhafteten Ghettobewohnern gibt es vor allem in Bundesländern wie Berlin, wo die soziale Hängematte oft das einzige ist, was man in der Parallelgesellschaft von Deutschland mitbekommt. Von daher hat Caspari gar nicht so Unrecht. Anstatt das migrantische Feigenblatt für die schwäbische Bessermenschen-Regierung abzugeben wäre Öney woanders besser aufgehoben: An den Brennpunkten diese Landes, wo klare Worte kein Verbrechen sondern Pflicht sind.

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