Vier Jahre und hunderte Milliarden nach Ausbruch der Krise erklärt der nette Schwiegersohn der Nation aus Hannover ungerührt die Wahrheit. EZB und Eurorettung müssen scheitern. Und Obama, Merkel, Sarkozy, Greenspan, Trichet und Konsorten sind nicht nur mit ihrem Latein am Ende. Helmut Kohl lamentiert nicht, er urteilt. Dem Land fehlt die Richtung. Innen und außen. 

Wenn so besonnene Berufspolitiker wie der unvermeidliche Herr Bosbach in schlanken Worten öffentlich erklären, dass sie den Rettungsschirm nicht mittragen werden und am gleichen Tag der Bundespräsident der Regierungsmehrheit, die ihn gewählt hat, scheinbar in den Rücken tritt und die Kanzlerin ihre mantrahafte Formel von der Beruhigung der “Märkte” herunter betet, wird deutlich, dass sich die westliche Politik in einem Zustand der ratlosen Auflösung befindet.

Morgen treffen sich die Notenbanker und wollen die nächste Geldschwemme verkünden, um die Illusion einer Konjunktur zu erzeugen, die mit der nächsten Blase platzt. Dann wird alles nur noch schlimmer, weil die Verzerrungen überhand nehmen und die Schulden steigen.

Die Griechen, Iren und Portugiesen werden dabei totgespart und können so die eigene Wettbewerbsfähigkeit auch nicht erreichen. Am Ende steht eine Katastrophe von unbekanntem Ausmaß, die kaum noch zu verhindern ist.

Es geht längst nicht mehr darum, ob das Feuer zu löschen ist, sondern wie hoch der Wasserschaden wird. Dazu müssen die Prinzipien des freiheitlichen Rechtsstaates und der Marktwirtschaft wieder in Kraft gesetzt werden. Wer Chancen nutzt, muss die Risiken tragen – bis hin zum Totalverlust.

Die Sprechblasen der Erpresser und der Erpressten, wo immer von “den Märkten” oder der “Systemrelevanz” die Rede  ist, werden gerade zum Platzen gebracht, weil jedermann offenbar wird, dass sich die versammelte politische Elite der westlichen Welt gnadenlos in ihrer Anmaßung verrannt hat. Die Rettung von Banken und Staaten reißt alle in den Abgrund.

Dabei sind die Schritte, die die Krise begrenzen, einfach und sofort einzuführen: Zinsen erhöhen, Fair Value abschaffen, weniger ausgeben, als man einnimmt. Und ein einfaches, gerechtes Steuersystem ohne Steuerungsfunktion und mit niedrigen Sätzen.

Der nette Bundespräsident muss sich allerdings auch die Frage stellen lassen, wieso ihm die richtige Erkenntnis so frühzeitig gekommen ist. Aber besser zu spät als nie.

About these ads