Als der Schlichter zum Schluss einen Vorschlag unterbreitete, der gezielt die Nachteile von Kopf- und Tunnelbahnhof kombinierte, hatte er das ganze Verfahren ad absurdum geführt. Es lohnt aber der Überlegung, ob dererlei nicht den Hürdenlauf durch die Verwaltungsgerichtsbarkeit verkürzen konnten. 

Phoenix bescherte das Schlichtungsverfahren Ende letzten Jahres Traumquoten, obwohl der Schlagabtausch auch damals eher trockener Natur waren. Der ausgewählte Schlichter trug zur Unterhaltung bei, seine Berufung war aber willkürlich und das im Verfahren auftretende “Aktionsbündnis” war lediglich durch den Druck der Straße und nicht durch die Mehrheit legitimiert. Diese Melange aus Bündnis 90/Grünen und ihnen nahestehenden NGOs ist eigentlich gewohnt, Projekte wie S21 genauso zu Fall zu bringen wie die Transrapid-Strecke vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen. Weshalb meine Urlaubsreise über den Airport Franz-Josef Strauß morgen rund eine halbe Stunde dauert, wenn ich die richige S-Bahn bekomme.

Hier sind die Ökos Ex-MP Mappus auf den Leim gegangen, der die Wahl nicht wegen S21 verloren hat sondern wegen Fukushima. Und den S21 Gegnern ging bei diesem reinen Schaulaufen schnell die Argumente aus. Die Umfragen zeigten immer mehr Zustimmung.

Anders sähe es aus, wenn die Stadt- und Landesparlamente bei solchen Fragen vergleichbar diskutieren würden und im Anschluss eine Volksabstimmung über das Vorhaben abgehalten würde, bevor man es beginnt. Natürlich sollten – wie im Parlamentsausschuss auch Nicht-Parlamentarier gehört werden und möglichst viel Sachverstand von allen Seiten präsentiert werden. Da werden zwar keine Millionen zuschauen aber gerade auf regionaler und kommunaler Ebene kann vermutlich viel Expertise eingebunden werden, die bei herkömmlichen Planfeststellungsverfahren außen vorbleibt.

Geißlers Schlichtung allerdings bleibt reines Schattenboxen.

 

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