Geißlers Schlichtung als unendliche Geschichte. Der Tübinger Oberbürgermeister Palmer redet seit Stunden und versucht den Stresstest madig zu machen, nachdem die Bahn und der Gutachter den begründet hatten, warum der Bahnhof diesen bestanden haben. Unrecht haben vermutlich beide. Krankheiten lassen sich vielleicht simulieren. Die Wirklichkeit nicht. 

Mit der Erfindung des Computers erlag die Wissenschaft dem Glauben, mit der zunehmenden Anzahl von Rechengängen ließe sich ein präziseres Bild der Realität darstellen. So entwickelt man “Klimamodelle”, Streßtests für Banken oder eben Bahnhöfe und legitimiert die mit riesigen Datenmengen und Super-Computern, die unterschiedliche Szenarien durchspielen.

Und wie alle mathematischen Modelle, die die Wirklichkeit der Zukunft beschreiben sollen, entspricht so das Ergebnis den Erwartungen derjenigen, die sie formulieren. Simulation ist unmöglich, weil sie Unerwartetes und Unvorhersehbares nicht einbeziehen kann. Trotz aller Komplexität der Modelle bleibt die Realität immer noch komplexer und zwei Arten von Faktoren bleiben außen vor: Diejenigen, die für unrelevant gehalten werden und diejenigen, die man nicht erkennt.

Deshalb behält auch in Stuttgart jeder sein Weltbild. Weil die Annahmen des Modells den einen passen und den anderen nicht. Mit der Wirklichkeit hat das nichts zu tun.

Eigentlich ist es ganz einfach: Ein Durchgangsbahnhof bewältigt schneller mehr Züge als ein Kopfbahnhof. Schon alleine, weil der Lokomotivführer den Weg vom einen Ende zu anderen braucht.

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