Der Friedensforscher stand gestern noch auf dem Marktplatz in Tübingen, um die USA zu geißeln (via Achgut):

„Die USA haben seit 1805 weltweit 17 bis 20 Millionen Menschen getötet, das sind viel mehr als Hitler, wenn auch in einem größeren Zeitraum“.

Weil er wohl einer der wenigen deutsch sprechenden Norweger war, dessen Telefonnummer die DLF-Redaktion besaß, kam er dort in einem absurden Interview, in dem er behauptet, er habe einen solchen Terroranschlag, von dem er lediglich feststellt, der sei “unproportional”, vorhergesehen:

Das hatte ich eigentlich, weil Norwegen ist in mehrere Kriege verwickelt, und die Polarisierung und die Eskalierung könnte zurück zu Norwegen kommen. Es gibt viele Sachen, die mich an Libyen erinnern, an Angriff auf dem Premierministergebäude, ein Angriff auf Ölministerium, und es gibt das Massaker von unschuldigen Zivilisten. Das wäre eine Möglichkeit

Zwar zieht er auch noch eine Parallele zu Oklahoma. Aber er redet viel mehr über die angegriffenen Gebäude und die von ihn darin entdeckte Symbolik und findet keine Begründung, was die Ermordung von Mitgliedern einer sozialdemokratischen Jugendorganisation auch nur im Ansatz mit seinem wirren Antiamerikanismus und seiner Friedensliebe zu tun hat, mit der er die Aktivitäten der NATO gegen den Massenmörder Gaddafi vergleicht. Dass es sich um einen einfachen Rechtsradikalen handelt, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat, hält er für absurd:

 Ja, das hört sich ein wenig naiv an, weil es könnte erstens sein, dass er sozusagen die Gleichheit mit der libysch-afghanistanischen Szene ausgenutzt hat. Aber dann hat er sich ja eigentlich freiwillig zur Verfügung gestellt mit seinem grausamen, unbarmherzigen Massaker, weil es wäre ja ganz klar, dass er wird später oder früher festgenommen sein. Es könnte auch sein, dass er ein Agent ist und also ganz einfach von der internationalen, ich würde nicht sagen Terroristenszene, das ist nicht mein Vokabular, sondern von den internationalen Kriegen, und Norwegen ist also in zwei, drei, vier verwickelt worden.

Wirklich ekelerregend ist es, dass der Mann auf dieser Tragödie sein Süppchen kocht. Der Vergleich des demokratisch gewählten Ministerpräsidenten und dem lybischen Diktator, der hier impliziert wird, zeigt, wie sehr das Koordinatensystem des Friedensforschers au den Fugen geraten ist. Der Träger des “alternativen Friedensnobelpreises” ist nur an seinen Theorien interessiert und nicht an den Menschen, die ihnen zum Opfer fallen.

Der Deutschlandfunk muss sich fragen lassen, warum er einem solchen Sonderling eine Bühne bietet. Wenigstens hört am Samstag Morgen außer mir wenigstens kaum einer zu.

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