Alljährlich berichtet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung über die Einkommensentwicklung der Deutschen. Mal schrumpft die Mittelschicht, mal werden die Armen mehr und diesmal verdienen alle weniger. Damit die Behauptung sich in den Köpfen festsetzt, wird die Meldung exklusiv bei der Berliner Zeitung platziert, von der dann von Bild bis Deutschlandfunk alle abschreiben. Überprüfbar ist sie nicht, weil noch gar nicht veröffentlicht.

Dabei spricht vieles dafür, dass es sich um eine der üblichen statistischen Manipulationen handelt, um die Armutsindustrie und den ausufernden Sozialstaat zu rechtfertigen.

Zunächst einmal handelt es sich um eine Befragung und nicht etwa um die Steuerstatistik. Die Ergebnisse der Befragung von vielleicht 1000 Bürgern 2000 werden also mit der von Bürgern des Jahres 2010 oder 2011 verglichen.

Demnach gingen preisbereinigt die Gehälter um über 2% zurück. Selbst wenn diese Zahl stimmen sollte, sei der Hinweis erlaubt, dass es sich um “Netto-Einkommen” nach Steuern und Sozialabgaben handelt. Anders gesagt, die Bruttoeinkommen sind weniger stark gestiegen als das, was der Staat dem Bürger nimmt. Oder anders herum gesagt, der Sozialstaat frißt 2011 mindestens 2 % der Einkommen mehr als noch vor 10 Jahren.

Ebenso lustig ist die Feststellung, die Einkommen der Niedriglöhner sei im gleichen Zeitraum gleich um 16 – 22% gesunken. Das ist aber keine Folge einer radikalen Lohnsenkung sondern Ergebnis der Arbeitsmarktreformen. Heute gibt es wieder Arbeit für die unteren Lohngruppen, die 2000 alle noch dem Sozialstaat auf der Tasche lagen, weil ihre Arbeit sich für niemanden lohnte. Oder weil sie schwarz arbeiteten.

Diese Menschen dürften heute geringfügig mehr verdienen, als sie noch 2000 vom Staat bekamen. Und vor allen Dingen tragen sie etwas zu ihrem eigenen Lebensunterhalt bei.

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