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Die mediale Öffentlichkeit und die Politik streiten sich immer noch um die Einordnung des Massenmörders von Oslo und Utoya, doch wer sein Manifest mit den Augen eines Liberalen liest der weiß, wes Geistes Kind der Mann ist. Die Charakterisierung Breiviks als „wahnsinnig“ oder „christlicher Terrorist“ greift zu kurz. Er ist in erster Linie Rassist und erbitterter Feind des modernen Europa, das seiner Meinung nach seit der Aufklärung in einem kulturellen und religiösen Vakuum darbt.

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Eine Nacht in Hannovers Innenstadt. Ein Trupp lauter Kerle in Muskelshirts und mit extremhäßlichen Frisuren kommt aus der U-Bahn-Haltestelle in der Nähe des Denkmals für die ermordeten Juden und ruft immer wieder “Sieg Heil!”. Die mitlaufenden deutlich weniger “südländisch” wirkenden Mädchen kichern laut, ja die Typen trauen sich was. Die Gruppe zieht an uns vorbei und jemand erdreistet sich nachzufragen, warum sie das denn immer wieder rufen würden. Die Reaktion ist bekannt: Spontanes Zusammenrotten um den Frager, der Frager soll als Opfer dastehen, er lässt sich in diesem Fall aber in keiner Weise beeindrucken und der Mob wird aufgeregter, als sich der Frager erdreistet, darauf zu bestehen nicht angefasst zu werden. Die Begleitung des Fragers fragt jetzt auch: “Warum ruft ihr Sieg Heil?” Die Antwort ist bezeichnend: “Wir sind Libanesen, wir dürfen das, ruft doch auch mal.” Die Begleitung ruft darauf einfach die Polizei und kündigt dem Mob eine Strafanzeige an, die Bande wirkt nicht mehr so hart und verschwindet. Als die Polizei schließlich auftaucht, sind die Würstchen über alle Berge.

Seltsam, dass sich die Medien so sehr mit Leuten auseinandersetzen, die sie zu Nazis erklärt haben. Warum fangen sie nicht mit denen an, die sich wirklich so verhalten? Achja, das könnte rassistisch sein.

Als der Schlichter zum Schluss einen Vorschlag unterbreitete, der gezielt die Nachteile von Kopf- und Tunnelbahnhof kombinierte, hatte er das ganze Verfahren ad absurdum geführt. Es lohnt aber der Überlegung, ob dererlei nicht den Hürdenlauf durch die Verwaltungsgerichtsbarkeit verkürzen konnten.  Read the rest of this entry »

Geißlers Schlichtung als unendliche Geschichte. Der Tübinger Oberbürgermeister Palmer redet seit Stunden und versucht den Stresstest madig zu machen, nachdem die Bahn und der Gutachter den begründet hatten, warum der Bahnhof diesen bestanden haben. Unrecht haben vermutlich beide. Krankheiten lassen sich vielleicht simulieren. Die Wirklichkeit nicht.  Read the rest of this entry »

Breivik und die Juden:

In any case; educate yourself and learn the difference. Today’s conservatives and want to-be Nazis are ignorant when they obsess so much over the Jews. There is no Jewish problem in Western Europe (with the exception of the UK and France) as we only have 1 million in Western Europe, whereas 800 000 out of these 1 million live in France and the UK. The US on the other hand, with more than 6 million Jews (600% more than Europe) actually has a considerable Jewish problem.

Ja so ist das mit den Judenproblemen, fast jedes kranke Schwein hat eins. Das gilt auch für die die Gestalten, die Breivik jetzt zu einem Philosemiten umlügen wollen um ihr antisemitisches Mütchen zu kühlen. Read the rest of this entry »

Gestern haben wir den Maler bezahlt. Er ist gläubiger Muslim, spricht nicht ganz akzentfrei deutsch und fährt im Oktober nach Mekka. Ob seine Frau Kopftuch trägt, habe ich ihn nicht gefragt. Seine Tochter schickt er jedenfalls aufs Gymnasium. Ein netter Mann, der Folgeauftrag ist schon vereinbart. Read the rest of this entry »

Die Opfer des Massenmörders sind noch nicht unter der Erde und schon nutzt der CSU-Hinterbänkler Hans-Peter Uhl die Gelegenheit, um ihren Namen in den Morgennachrichten unterzubringen. Das Massaker von Norwegen und der islamistische Anschlag am Frankfurter Flughafen seien zwar Taten einzelner, entstanden seien sie aber “im Internet”. Und deshalb sei die Vorratsdatenspeicherung dringend geboten. Der Mann hat nicht mal Pietät. Und seine Trittbrettfahrerei offenbart einen weiteren Volksvertreter, der nicht mal weiß, wovon er redet.

1. Das Netz fördert keine absurden Gedanken sondern erleichtert allenfalls ihre Verbreitung. Gleiches gilt aber auch für Meinungen und Ansichten, die weniger bedenklich sind.

2. Breiviks Ansichten haben ihn nicht zum Massenmörder gemacht. Seinen Begriff vom “Kulturmarximus” halte ich für nicht uncharmant und auch die deutsche Bundeskanzlerin dieser Strömung zuzurechnen, führt nicht zwangsläufig zum Terrorismus. Man kann auch verschiedene Ausprägung des Islamismus für bedrohlich halten, ohne gleich auf die Idee zu kommen, wahllos die Mitglieder einer politischen Jugendorganisation abzuknallen.

3. Die Psychose, die den Mann zu dererlei trieb, ist zweifellos krankhaft aber gewiss nicht Ursache seines “Internet-Konsums”. Das Netz ist nicht Grund sondern Werkzeug und zugegebenermaßen effizienter, als sich die 1500 Seiten in einer beliebigen Bibliothek zusammen zu kopieren, wie es vor 10 oder 20 Jahren noch möglich gewesen sei.

4. Das Netz hat es ihm erleichtert, seine wirren Gedanken zu verbreitern. Früher hätte er sein Pamphlet auf dem Weg zum Attentat in einen Briefkasten geworfen und an die Redaktion irgendeines Mediums geschickt, wie das RAF und IRA früher auch gemacht haben.

Anders als Uhl meint, ist das Netz nicht der Ursprung alles Übels. Es macht schneller offensichtlich, wieviele Deppen es auf der Welt gibt, weil sie hier ihr Unwesen treiben und ihre obskuren Phantasien nicht mehr für sich behalten. Da es aber eben viele sind, wird man sie nicht alle unter Kontrolle halten. Stattdessen droht die Zwangsbeobachtung gewöhnlicher Staatsbürger, deren Ansichten nicht der “political corectness” oder der herrschenden Mehrheitsmeinung entsprechen, wenn es um Religion oder Ersatzreligion (Marxismus, Klimawandel etc). geht. Wer ähnliches plant wie Breivik, wird sich in diesem Fall zu schützen wissen und seine wahren Ab- und Ansichten einfach bis zum Showdown für sich behalten.

Der Mann ist nach meiner Auffassung auch kein Terrorist sondern ein gewöhnlicher Wahnsinniger, dessen echte Motive wir noch nicht kennen. Es ging ihm nicht um die Rettung der westlichen Zivilisation, sondern um Massenmord. Und glauben sollte man so jemanden grundsätzlich kein Wort.

Erstaunlich, wofür so ein Massenmörder verwendet werden kann! Die deutsche Politik zeigt sich in diesen Tagen wirklich von ihrer allerschäbigsten Seite und stellt zuerst einmal Forderungen. Diese Forderungen sind zum Teil alter Tobak, zum Teil nutzlose Symbolpolitik, zum Teil einfach nur Wahlkampf. Die CDU und die EU-Kommission wollen die Vorratsdatenspeicherung, obwohl diese gegen Anders Breivik nichts genützt hätte, die SPD will die NPD verbieten, obwohl die mit Breivik nichts zu tun hatte und er auch in keiner norwegischen Partei Mitglied war, die Grünen wollen mehr staatliches Engagement gegen Rechtsradikale, ein CSU-MEP  will extremistische Webseiten “bannen” und gegen die “Terrorgefahren aus der eigenen Gesellschaft schärfer vorgehen” – gefährlich, denn beides kann alles und nichts heißen.

Dazu gibt es dann die Formulierungen “nach den Anschlägen von Oslo” oder auch “im Lichte der Anschläge”, was beides durch die Blume nichts anderes heißt als “wir müssen das machen, sonst passiert sowas auch bei uns.”

Ist es nicht taktvoll wie sich die Politik aufführt? Es sind nicht mal alle Vermissten gefunden, da benutzen Vertreter aller Parteien den Massenmörder Anders Behring Breivik und damit auch seine 76 Opfer als Kronzeugen für ihre Politik. Das Sicherheitsbedürfnis der Bürger ist immer ein besonders gutes Schmiermittel, um sich selber gut zu positionieren. In diesem Zusammenhang wirkt es aber auch mal wieder ganz besonders widerlich.

Aus Tragödien kann nie etwas Gutes entstehen, auch wenn das manchmal behauptet wird um Trost zu spenden. Die Angehörigen der Toten von Oslo und Utoya kann ohnehin niemand trösten, niemand kann diesen grauenvollen Morden einen Sinn verleihen. Bleibt nur die Hoffnung, dass die Zukunft besseres bringt. Ich für meinen Teil hoffe inständig darauf, dass die Verharmlosung des Terrorismus, die in weiten Teilen der europäischen Gesellschaften und vor allem in Deutschland Gang und Gäbe ist, am 22. Juli 2011 ihr Ende gefunden hat. Terrorismus, das ist das erbarmungslose Hinschlachten wehrloser Menschen im Namen menschenverachtender Ideologien und kein romantischer Freiheitskampf unterdrückter Idealisten, dem man am besten mit Verständnis und Empathie begegnet. Read the rest of this entry »

Ich gebe zu, statt ihrer könnte dort auch der Name des französischen oder amerikanischen Präsidenten stehen. Denn die repräsentativen Demokraten massen sich eine Macht an, die sie nicht haben. Sie behaupten, zu wissen, was kein Mensch wissen kann. Dabei negieren sie die Gesetze der sozialen Evolution und leugnen die Logik von Markt und Wettbewerb, gegen die sie nicht obsiegen werden. Das Leiden bis zum Scheitern verlängern sie mit viel Geld, das ihnen nicht gehört und das ihnen freiwillig niemand gegeben hätte.   Read the rest of this entry »

Der Friedensforscher stand gestern noch auf dem Marktplatz in Tübingen, um die USA zu geißeln (via Achgut):

„Die USA haben seit 1805 weltweit 17 bis 20 Millionen Menschen getötet, das sind viel mehr als Hitler, wenn auch in einem größeren Zeitraum“.

Weil er wohl einer der wenigen deutsch sprechenden Norweger war, dessen Telefonnummer die DLF-Redaktion besaß, kam er dort in einem absurden Interview, in dem er behauptet, er habe einen solchen Terroranschlag, von dem er lediglich feststellt, der sei “unproportional”, vorhergesehen: Read the rest of this entry »

Unsere geschätzte Gastautorin unterhält das Blog:Ahnungslosigkeit trifft Grössenwahn:

Was macht eigentlich ein Politiker während der Sommermonate, wenn er gerade nicht den Euro rettet, mit den Saudis um Panzer schachert oder mit Kind und Kegel in den Urlaub fährt? Richtig, er überlegt sich, wie man die Welt trotzdem ein bisschen schöner machen könnte. Das klappt in der Regel am besten, wenn man sich dafür mit Kindern, Menschenrechten oder Mutter Natur beschäftigt. Und da mangelnde Kompetenz in der Politik weniger als Hindernis, sondern viel mehr als Ermutigung für das Treffen von Entscheidungen gilt (vgl. Atomausstieg und Ethikrat), verirren sich so manche Mandatsträger dann auch gerne mal in für sie völlig fremden Gefilden. Ein schönes Beispiel dafür bietet der Vorsitzende des Tourismus-Ausschusses im Bundestag, Klaus Brähmig, der sich neuerdings nebenbei in Sachen Menschenrechte zu profilieren versucht. Der CDU-Mann aus Sachsen, der in seiner Freizeit am liebsten durch Südtirol wandert, hatte da nämlich kürzlich eine gute Idee[1]: Read the rest of this entry »

In diesem Moment läuft im Ersten ein als Dokumentarfilm bezeichnetes Stück Pro-Grünen-Propaganda aller erster Klasse. Es geht um die böse Atom-Industrie und es kommen die üblichen Verdächtigen zu Wort, auf die nicht weiter eingegangen werden muss. Eigentlich ist es auch völlig nebensächlich, ob der Zuschauer dem Film zustimmt oder nicht, aber ein kleines Gedankenspiel scheint unausweichbar: Warum gibt es einen solchen Film nicht über die EU und die Zwangswährung Euro? Read the rest of this entry »

Alljährlich berichtet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung über die Einkommensentwicklung der Deutschen. Mal schrumpft die Mittelschicht, mal werden die Armen mehr und diesmal verdienen alle weniger. Damit die Behauptung sich in den Köpfen festsetzt, wird die Meldung exklusiv bei der Berliner Zeitung platziert, von der dann von Bild bis Deutschlandfunk alle abschreiben. Überprüfbar ist sie nicht, weil noch gar nicht veröffentlicht. Read the rest of this entry »

heute Abend 20.15 im ZDF. Selten so gelacht.

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