Kinder und Tiere gehen immer lautet eine alte Medienweisheit. Linksalternative Bionade-Spießer halten das etwas anders, bei ihnen kommen Tiere und Antikapitalismus gut an, wie das erfolgreiche Geschäftsmodell von Greenpeace eindrucksvoll belegt. Da will das SZ-Magazin nicht Abseits stehen und berichtet über griechische Demonstranten, die auf den Hund gekommen sind. So schwärmen die Münchner Qualitätsjournalisten von einem „mutigen“ Straßenköter, der bei sämtlichen Demonstrationen der letzten Jahre „vorneweg läuft“. Schon der Einstieg ist ganz und gar SZ-like:

Dieser Hund trinkt Molotowcocktails zum Frühstück, er ist ein Nachfahre von Alexander dem Großen, und das Gebäck, das er bekommt, hat die Form von Polizisten. Steht im Internet und stimmt natürlich nicht. Zwischen viel Ironie finden sich auf der Facebook-Seite des Riot Dog aber auch Sätze wie dieser: Er befasst sich mehr mit Politik als die meisten Amerikaner. Und das stimmt irgendwie schon.

Richtig, dümmlicher Antiamerikanismus ist ja auch eine sichere Bank bei unseren Linken, die bekanntlich die tolerantesten, aufgeklärtesten und weltoffensten Menschen sind, die Deutschland zu bieten hat. Apropos Molotowcocktails: Starben letztes Jahr nicht drei Menschen, als Anarchisten eine Athener Bank anzündeten und Demonstranten die Rettungsarbeiten der Feuerwehr erschwerten? Ob die Aktivisten-Töle damals auch dabei war erfahren wir nicht, stattdessen werden die Heldentaten der vierbeinigen „Ikone des Widerstands“ besungen, die passender Weise „Loukanikos“ (Würstchen) heißt:

In einem der vielen YouTube-Videos gibt es eine schöne Szene, die zeigt, warum der Riot Dog zur Ikone des Widerstands geworden ist: Ein Block Polizisten kommt die Straße herab, plötzlich fallen Schüsse. Die Demonstranten flüchten in eine Seitenstraße, nur Loukanikos jagt fröhlich dahin, wo es knallt und raucht. So viel Furchtlosigkeit ist ein Signal an die Demonstranten der Welt: Seid mutig und beharrlich.

Google News weiß nichts von Schüssen auf Demonstranten. Womit wiedereinmal bewiesen wäre: SZ-Leser wissen mehr. Oder so ähnlich.

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