Man kann sich nur die Haare raufen. Freitag nacht wurde ein Mann im U-Bahnhof Friedrichstrasse mit einer Flasche so brutal geschlagen, dass er bewusstlos zu Boden ging. Der Täter trat im Anschluss wiederholt mit Anlauf den Kopf des Opfers, das bewusstlos in´s Krankenhaus eingeliefert wurde und vermutlich nur deshalb lebt, weil ein beherzter bayerischer Tourist dazwischen ging. Ein Hoch auf diesen Mann, der sein Leben riskierte. Nun ist der Täter und sein Komplize, die dank der Video-Überwachung identifiziert worden wären, wenn sie sich nicht wegen dieser Video-Aufnahmen gestellt hätten, wieder auf freien Fuß. Wegen Haftverschonung. Ein Skandal.

Ein wesentliches Prinzip der Justiz ist Prävention durch Abschreckung. So lernen enthemmte verhaltensoriginelle  Menschen, dass sie vom Staat nichts zu befürchten haben, wenn sie solch bestialische Taten begehen, die gegen jeden Verhaltenskodex verstoßen. Denn ein Opfer, das schon am Boden liegt, tritt selbst der gemeine Ganove nicht auf den Kopf.

Bei Mördern und Totschlägern sind die Opfer immer noch tot, wenn die Delinquenten das Gefängnis verlassen. Die Opfer der Kinderschänder tragen meist lebenslange Blessuren davon, wenn sie nicht auch ihr Leben lassen mussten. DeFacto kann ein Täter selten die Schuld, die er auf sich geladen hat, wieder gut machen.

Es wäre die Aufgabe des Staates, das in´s Ungleichgewicht geratene Verhältnis von Opfer und Täter wieder in´s Lot zu bringen. Solche Entscheidungen tragen dazu nicht bei.

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