Man kann sich nur die Haare raufen. Freitag nacht wurde ein Mann im U-Bahnhof Friedrichstrasse mit einer Flasche so brutal geschlagen, dass er bewusstlos zu Boden ging. Der Täter trat im Anschluss wiederholt mit Anlauf den Kopf des Opfers, das bewusstlos in´s Krankenhaus eingeliefert wurde und vermutlich nur deshalb lebt, weil ein beherzter bayerischer Tourist dazwischen ging. Ein Hoch auf diesen Mann, der sein Leben riskierte. Nun ist der Täter und sein Komplize, die dank der Video-Überwachung identifiziert worden wären, wenn sie sich nicht wegen dieser Video-Aufnahmen gestellt hätten, wieder auf freien Fuß. Wegen Haftverschonung. Ein Skandal.
Ein wesentliches Prinzip der Justiz ist Prävention durch Abschreckung. So lernen enthemmte verhaltensoriginelle Menschen, dass sie vom Staat nichts zu befürchten haben, wenn sie solch bestialische Taten begehen, die gegen jeden Verhaltenskodex verstoßen. Denn ein Opfer, das schon am Boden liegt, tritt selbst der gemeine Ganove nicht auf den Kopf.
Bei Mördern und Totschlägern sind die Opfer immer noch tot, wenn die Delinquenten das Gefängnis verlassen. Die Opfer der Kinderschänder tragen meist lebenslange Blessuren davon, wenn sie nicht auch ihr Leben lassen mussten. DeFacto kann ein Täter selten die Schuld, die er auf sich geladen hat, wieder gut machen.
Es wäre die Aufgabe des Staates, das in´s Ungleichgewicht geratene Verhältnis von Opfer und Täter wieder in´s Lot zu bringen. Solche Entscheidungen tragen dazu nicht bei.






5 comments
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25. April 2011 at 16:41
euckenserbe
Das Opfer hat das Krankenhaus mittlerweile verlassen.
25. April 2011 at 20:03
Christian S.
Stimmt alles. Ein Skandal.
26. April 2011 at 22:53
Alreech
Die sogenannten “Täter” sind doch selber nur Opfer ihres sozialen Umfeldes und der Medien die sie konsumieren. Statt die Täter einzusperren muß man einfach nur die Medien stärker kontrollieren, Beispielsweise Killerspiele verbieten.
Die üblichen Verdächtigen trommeln schon in diese richtung, z.B. der ehemalige SPD Justizminister von Niedersachsen, Dr. Joachim Pfeiffer:
http://www.abendblatt.de/vermischtes/article1866810/U-Bahn-Schlaeger-wieder-frei-Streitlust-als-Motiv-nimmt-zu.html
Der Kriminologe Christian Pfeiffer ist überzeugt, die Ursache für die blinde Gewalt sei vor allem im sozialen Hintergrund zu suchen. Mangelndes Selbstbewusstsein werde mit „überbetontem Macho-Gebaren“ kompensiert, sagte er nach der tödlichen Attacke in Hamburg. Viele Jugendliche seien geprägt von innerfamiliärer Gewalt, einer hohen Akzeptanz der Macho-Kultur und männlichen Gewaltvorbildern aus Filmen und Computerspielen.
NaJa, wie die Sozen in Norddeutschland sich Kriminalprävention vorstellen ist ja bekannt. Die Täter werden zur Strafe mit Segelreisen oder Auslandsaufenthalten belohnt.
Davon können die meisten Jugendliche die trotz schwierigen Sozialen Verhältnissen und den Konsum von Killerspielen nicht gewaltätig werden nur träumen…
26. April 2011 at 23:19
Alreech
Ups, schon wieder die Pfeiffers verwechselt, lol.
30. April 2011 at 22:55
Mad
Lies diesen artikel mal dazu. Rückt das ganze in ein vernünftiges licht finde ich. ( http://www.bildblog.de/29865/volksgerechtigkeit/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+bildblog+%28BILDblog%29&utm_content=Google+Reader )