Wenn das Programm einer politischen Partei dem Establishment nicht geheuer ist, nennt es sie populistisch. Das ist schön anrüchig und rückt einen gleich in die Nähe von Haider und LePen. Ausserdem braucht man sich mit den Inhalten nicht auseinanderzusetzen. Ein einfaches Igitt reicht. Das ist fast so gut wie die Immunisierungsstrategien im Fall Sarrazin. Sarrazin geht gar nicht.

Die Deutschen wechseln stattdessen in´s Lager der Nichtwähler. Und grummeln vor sich hin, weil sie die zunehmende Kluft zwischen Politik und Realität nicht mehr begreifen. Und vor allen Dingen nicht mehr tolerieren wollen.

Die “Euroskeptiker” sind auch keine Feinde Europas. Sondern in ihrer Mehrheit bloße Anhänger des Subsidaritätsprinzips. Nicht jede politische Entscheidung ist gut, nur weil sie in Brüssel gefällt wurde.

In der repräsentativen Demokratie haben die Repräsentanten die Demokratie aus den Augen verloren und flüchten sich in die Illusion der Demoskopie, die nichts mehr wiederspiegelt als ihre eigene Erwartung. Denn man bekommt nur Antworten auf die Frage, die man gestellt hat.

Das Nullsummenspiel der Demoskopen wird dabei geflissentlich übersehen. Was die eine Partei verliert, muss eine andere gewinnen. Nichtwähler und Verdrossene werden nicht zur Kenntnis genommen.

So sind die Populisten von Blocher über Wilders bis hin zu den wahren Finnen wahrscheinlich die einzige Möglichkeit der Rettung der repräsentativen Demokratie. Weil sie den gesunden Menschenverstand wieder hoffähig machen und die Raumschiffe Berlin und Brüssel zwingen, wieder auf der Erde zu landen.

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