Der Focus hat sich mal die Doktorarbeiten von Dr. Gysi und Dr. Enkelmann angeschaut, die man bestenfalls als marxistische Hetzschriften aber nicht als wissenschaftliche Arbeiten betrachten kann. Würde man mit der gleichen Intensität, mit der Guttenbergs Arbeit untersucht wurde, in den Werken anderer Politiker nach ungekennzeichneten Zitaten suchen, man würde wohl auch dort fündig werden. Doch der Mann tut sich trotzdem einen Gefallen, wenn er zurücktritt.
Das liegt erstens an der Hauptstadtpresse, die er brüskiert hat. Die Meute ist nachtragend bis zum Sankt Nimmerleinstag und wird ihm nie vergessen, dass er sich im Bendlerblock vor die Kameras stellte, während sie sich in der Bundespressekonferenz den Hintern platt sass. Tritt er zurück, zeigt er die Reue, die die sittengestrengen Korrespondenten für angemessen halten.
Zweitens kann er mit der Bundeswehrreform nur verlieren. Denn die wird viel teurer und schwieriger als man denkt.
Und drittens würde er vom Käßmann-Effekt profitieren. Nach seinem Rücktritt wäre er so beliebt wie nie und könnte über den Umweg des Bayerischen Ministerpräsidenten 2013 oder 17 als Kanzlerkandidat antreten. Zwischendurch könnte er einfach nochmal promovieren und die Arbeit selber schreiben. Stefanie kann ja bei RTL II die Kohlen aus dem Feuer holen.
Bleibt er Minister, hat seine Karriere dagegen ein Ende.






5 comments
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28. February 2011 at 11:37
Bernd Dahlenburg
Broder hat dazu in der WELT auch etwas geschieben:
http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article12659628/Die-Partei-hat-immer-Recht.html
Interessant auch sein Einwurf:
“Nur wer davon ausgeht, dass Marxismus-Leninismus eine Wissenschaft ist, die “objektiv” die Realität analysiert, nur der kann der Doktorarbeit das Prädikat “wissenschaftlich” zuerkennen. In Wahrheit ist es eine Übung in angewandter Redundanz, die jedes Mal in dem Refrain endet, der “Partei der Arbeiterklasse” komme “eine führende Rolle” bei der “Rechtsetzung und Rechtsverwirklichung” in der sozialistischen Gesellschaft zu.”
28. February 2011 at 12:01
Andreas Moser
Der Vergleich von Guttenberg mit Gysi ist unfair.
Guttenberg promovierte nicht in einer Diktatur, er hatte alle akademische Freiheit der Welt. Gysi hatte dies nicht.
28. February 2011 at 16:41
yael1
Er war mehr als nur staatskonform, er hatte die Wahl, nicht derart verbunden mit dem Regime zu sein. Denn nur wer staatskonform war, konnte das Abi machen und studieren, daher wusste er genau was er tat.
28. February 2011 at 16:40
euckenserbe
Wenn Gysi nicht aktiv handelnder Teil der Diktatur gewesen wäre, würde ich den Einwand gelten lassen. Trotzdem stellt sich die Frage nach dem akademischen Wert.
2. March 2011 at 09:14
Roland
Und Steinmier promovierte an einer freien Uni und schrieb …ab??? Oder???
http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:SBZTgGohEhcJ:diskussion.cdu.de/forum/thema2/ileL42XSV.ovr/ileL42XSV+steinmeier+promotion+cdu+forum&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de&client=firefox-a&source=www.google.de